Die Velosolex – halb Fahrrad, halb Mofa und das französisches Lebensgefühl inklusive

Savoir vivre! Kaum ein Gefährt verkörpert das französische Lebensgefühl so sehr, wie das Vélosolex. Das Velosolex wurde in Frankreich während der Jahre 1946 bis 1988 gebaut. In den 80er Jahren wurde die Produktion gegen Ende eingestellt. Seinen Höhepunkt erlebte das Gefährt in den 70er Jahren. Erfinder ist der Hersteller von Vergasern Solex, beziehungsweise entwarf einer der beiden Gründer der Firma das Mofa, nämlich Marcel Mennesson. Heute wird das Mofa noch immer auf der ganzen Welt in einigen Ländern unter Lizenz produziert.

Eine Legende

Das Fahrzeug ist eine regelrechte Legende und hat unheimliche viele Fans und eine lange Geschichte. Insgesamt gibt es weltweit knapp sechs Millionen Exemplare. Doch was ist das Geheimnis dieses immensen Erfolges?

Das Mofa ist robust und einfach gehalten, verbraucht nicht viel Sprit – lediglich 1,4L auf einer Strecke von 100 Kilometern – und ist sehr günstig in der Anschaffung. In Deutschland belief sich der Preis der zuletzt auf dem Markt befindlichen neuen Exemplare auf 798 Deutsche Mark. Dagegen kosteten ähnliche Mofas aus deutscher Produktion zu dieser Zeit bereits um die 1500 Mark. Außerdem verfügt das Mofa über ein beachtlich geringes Gewicht, es wiegt lediglich 28 Kilogramm.

Motobecane

Anfangs war der Hersteller Velosolex selbstständig. Im Jahr 1974 übernahm ihn jedoch die Firma Motobecane. Im Anschluss kaufte der Motorengigant Yamaha die Marke. In den folgenden Jahren sanken allerdings die Verkaufszahlen eklatant und das letzte Exemplar wurde am 9. November des Jahres 1988 produziert. Doch die alten Produktionsanlagen wurden noch einmal wiederbelebt – in Ungarn begann im Jahr 1992 eine Neuproduktion auf den ursprünglichen Anlagen. Diese wurde im Jahr 2002 wieder eingestellt.

Mopex – die Wiederauflage

Im Jahr 2005 gab es erneut ein Wiederaufleben. Durch Subventionen des Staats Frankreich und der EU wurde die Produktion in Frankreich durch den Hersteller Mopex erneut gestartet. Die Neuauflage wurde Black n Roll genannt und aus Teilen aus China und einigen weiteren Neuerungen hergestellt. Diese Wiederauflage des S4800D wurde auch in Deutschland verkauft. Leider waren diese Exemplare von der Qualität her nicht mehr mit dem zu vergleichen, was aus originärer Produktion stammte.

Antrieb über Reibrolle

Bei dem ursprünglichen Modell wurde das vordere Rad über eine Antriebsrolle betrieben. Neben dieser Technik verfügte das Modell 3800 über einen Zwei-Takt-Motor, welcher an seiner Gabel zum Wegklappen angebracht war. Dieser Motor hatte die Hubraumgröße 49cmm und eine gemischte Schmierung. Die höchste Geschwindigkeit, die dieses Modelle erzielen konnte, lag bei 35 Kilometern pro Stunde.

Maria Hilf Motor & Christenverfolger

Da der Motor direkt über dem vorderen Rad angebracht war, hatte die Velosolex auch den Spitznamen Nasenwärmer. Ebenfalls nannten die Menschen das Mofa Maria Hilf Motor, da das Mofa in Klöstern oft als fahrbarer Untersatz genutzt wurde.

Zu diesem Namen kam es, da bei einer Fahrt mit der Velosolex die Kutte der Mönche nicht verschmutzte, da der Motor ja über dem Rad angebracht war. In der Schweiz nannte man das Gefährt daher auch Christenverfolger.

Eine treue Fangemeinde feiert die Velosolex

In der heutigen Zeit werden die Velosolex Mofas noch immer in Rennen gefahren, allerdings nur noch zum Spaß. Hier geht es nicht um Höchstgeschwindigkeiten, sondern um gemeinsames Erlebnis und das zur Schaustellen der gebastelten Mofas. Um eine Velosolex bei einem Rennen zu fahren, sollte der Motor mit einer Leistung von über 15 PS ausgestattet sein.

Von dieser Art gibt es einige Modelle, die dann auf den bloßen Fahrzeugrahmen reduziert wurden. Bei solchen Rennen tragen die Fahrer oft spaßige Kostüme, besonders in den Niederlanden gibt es einige von diesen Rennen.

Bleib auf dem Laufenden