Saxonette von Hercules – Fahrrad-Mofa-Hybrid der 80er Jahre

Die Saxonette des Herstellers Hercules ist purer Kult und kann auf eine traditionsreiche Geschichte blicken. Das Modell wurde in den 80er Jahren als eine Mischung aus Fahrrad und Mofa berühmt und berüchtigt und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit – nostalgische Gedanken inklusive.

Fichtel & Sachs

Ursprünglich wurde die Bezeichnung Saxonette für Motoren des Herstellers Fichtel und Sachs gebraucht, die Zwei-Takt-Motoren zum Einbau für Fahrräder auf den Markt brachten. Die erste Generation dieser mit Motor ausgestatteten Fahrräder wurden zwischen den Jahren 1938 und 1940 gebaut. Die zweite Saxonette Generation, produziert durch den renommierten Hersteller Hercules, verfügte über einen Hubraum von 30ccm und war von 1987 bis ins Jahr 2011 erhältlich.

Auf der Automobilmesse in Berlin im Jahr 1937 erregte dieses Gefährt und seine Technik wahrlich großes Aufsehen. In Lizenz produzierten einige Hersteller den Zwei-Takt-Motor mit Nasenkolben. Dieser Motor hatte einen 60ccm Hubraum und konnte mit satten 1,2 Pferdestärken bei einer Umdrehung von 3.500U pro Minute punkten.

Unter den Herstellern, die diesen Motor bauten, waren auch etliche bekannte deutsche Firmen wie Bismarck, Anker, Excelsior, Elfa, Panther, Meister, Hecker, Gold-Rad, Victoria, Urania, Presto und Wanderer – also eine ganze Menge. Die Firma Hecker legte sich auf den Einbau des Motors am vorderen Rad fest. Die erste Saxonette konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde erreichen.

Die zweite Generation der Saxonette

Im Jahr 1987 wurde in der Bundesrepublik die Produktion der zweiten Baureihe der Saxonette gestartet. Ab diesem Zeitpunkt und dem Label des Herstellers Hercules. Für weitere Fahrradmodelle wurde der Einbaumotor der Firma Sachs ab dem Jahr 1993 auch in England und den Niederlanden verkauft, hier allerdings unter der Bezeichnung Spartamet.

Die Saxonette der zweiten Generation war ebenfalls ein Fahrrad, das über einen Hilfsmotor verfügte. Abhängig von der jeweiligen Höhe des Rahmens, die zwischen 50 und 58 cm variierte, sowie der jeweiligen Modellausführung, also, ob es sich um ein Damen- oder ein Herrenrad handelte, kam das Rad auf ein Gewicht zwischen 24 und 27 Kilogramm. Somit war es kein Problem, das Rad auch mit purer Kraft der Beine durch die Pedale fortzubewegen.

Motorisierung

Die Saxonette der Firma Hercules machte sich einen Ein-Zylinder-Motor mit einem 1-Gang-Getriebe zunutze, der durch den Fahrtwind gekühlt wurde. Der Hubraum des Motors betrug 30ccm. Das Verdichtungsverhältnis der Saxonette lag bei 7,5 zu 1. Der Vergaser entsprach entweder dem Typ BING 81/8/101B oder TK 2981001.

Seine Leistung entfaltete die Saxonette mit 0,7 Pferdestärken bei 3750 pro Minute. Das maximale Drehmoment betrug 1,59 Newtonmeter bei 3750 Umdrehungen pro Minute. Bezüglich des Kraftstoffes brauchte der Motor eine Zwei-Takt-Mischung. Gestartet wurde das Fahrrad entweder elektronisch oder einen manuellen Seilzug. Der gesamte Tank fasste ein Volumen von knapp 2 Litern Kraftstoff.

Das Fahrrad war aus einem Starrrahmen gefertigt, entweder einem Diamantrahmen oder einem Rahmen mit integriertem Durchstieg und einer nicht gefederten Gabel. Der Rahmen maß eine Höhe von 48 cm und wurde vorne sowie hinten durch eine Trommelbremse zum gebremst. Auch eine Rücktrittbremse war integriert. Auf der Vorderachse war eine Bereifung mit 26 Zoll vorgesehen, auf der Hinterachse ebenfalls. Das Gesamtgewicht der Saxonette betrug 32 Kilogramm.

Alles in allem ist die Saxonette von Hercules auch heute noch ein tolles Fortbewegungsmittel – nicht nur für hart eingesessene Fans des 80er Jahre Kults!

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