Ride of Silence – Erinnerungsfahrt für tote Radfahrer

Die weltweit stattfindende Aktion „Ride of Silence“ soll auf die vielen verunglückten Radfahrer hinweisen und ist einerseits ein Trauermarsch, auf der anderen Seite aber ein Appell für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und mehr gegenseitige Rücksichtnahme.

Deshalb versammeln sich jeden dritten Mittwoch im Mai zahlreiche Freiwillige und Gäste, um an der Aktion teilzunehmen. Alle Teilnehmer tragen weiße oder helle Kleidung und am besten noch ein helles oder weißes Fahrrad.

Organisation der Erinnerungsfahrt

Die Gedenkfahrten in Berlin, Köln, Dortmund, Essen, Aachen, Bonn, Hamburg und den anderen Städten wurden von den Organisatoren, dem Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ausgewählt. Wobei die Strecke immer wieder an bestimmten Plätzen vorbeiführt, an denen ein Radfahrer bei einem Unfall verstorben ist.

Ghost-Bikes

An den meisten Standorten wurde ein „Ghost Bike“ (ein weiß gestrichenes Fahrrad) zur Erinnerung an den Verkehrsunfall und den Verstorbenen aufgestellt. Die Teilnehmer rasten an diesen Orten und halten eine Schweigeminute ab. Während der gesamten Fahrt wird ebenfalls überwiegend geschwiegen.

In jeder Stadt, die am Ride of Silence teilnimmt, finden sich mehrere Hundert Radfahrer zusammen, um auf die gefährliche Lage im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. In Hamburg waren über 600 Radfahrer beim letzten Treffen anwesend. Damit der Aufruf größer wird, haben sich die Teilnehmer nach der Schweigeminute auf die Straße neben ihre Räder gelegt. Dies sollte symbolisch den Unfall nachstellen.

Die gesamte Erinnerungsfahrt für tote Radfahrer soll auf die mehreren Tausend Unfälle pro Jahr und die vielen Schwerverletzten und Tote aufmerksam machen, die der Straßenverkehr gefordert hat. Aktuellen Statistiken zufolge, die der ADFC veröffentlicht hat, sterben jedes Jahr rund 350 Radfahrer in Deutschland, dies bedeutet, dass fast jeden Tag ein Radfahrer verstirbt.

Die Geschichte des Ride of Silence

Seinen Ursprung hat der Ride of Silence in den USA, dort ist die Situation für Radfahrer in den großen Städten noch komplizierter als in Deutschland. Die erste Erinnerungsfahrt fand im Jahre 2003 in Dallas statt. Damals war die Organisation noch sehr spontan, dennoch fanden sich rund 1.000 Radfahrer zusammen, um die Strecke zu fahren und den Verstorben zu gedenken.

Einige Jahre nach dem Start in den USA fand der Ride of Silence auch seinen Weg nach Deutschland und die anderen Länder. Der Verband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs übernahm die Organisation der Strecken und Standorte und mobilisiert bis heute immer viele hundert Besucher und Teilnehmer.

Die Teilnahme bei den Erinnerungsfahrten

Alle Informationen zur Teilnahme und den Veranstaltungsorten finden sich auf der amerikanischen Seite rideofsilence.org. Hier gibt es eine ausführliche Liste aller Strecken, inklusive der Touren in Deutschland. Die offizielle Seite des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs führt ebenfalls eine Liste aller Touren. Es gibt keine formelle Anmeldung, alle Teilnehmer sind herzlich willkommen. Es wird nur empfohlen helle bzw. weiße Kleidung zu tragen und respektvoll mit dem Gedenken der Verstorbenen umzugehen.

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