Das Radrennen Rund um Köln

Bei Rund um Köln handelt es sich um das älteste heute noch existierende Radrennen. Es wurde erstmals im Jahr 1908 ausgetragen. Der Klassiker Rund um Berlin wurde zwar bereits seit 1896 ausgetragen, fand jedoch letztmalig im Jahr 2000 statt. Das Rennen führt über einen 200 Kilometer langen Kurs rund um die Metropole am Rhein.

Ferdinand Schneider initiierte das Radrennen im Jahr 1908 und musste einige Widerstände überwinden, ehe das Rennen tatsächlich stattfinden konnte. Viele Gemeinden verweigerten die Durchfahrt, trotzdem konnte ein durchaus attraktiver Kurs festgelegt werden. Durch eine polizeiliche Anordnung durften beim ersten Rennen keine kurzen Hosen getragen werden. Im Jahr 1923 gelang den Kölner Brüdern Fritz und Hermann Fischer ein Doppelsieg bei dem einer in der Amateurklasse und der andere in der Profiklasse gewinnen konnte.

Deutsche Fahrer an der Spitze

Die Bedeutung dieses Rennens ging nie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, da es oftmals nur als Amateurrennen ausgetragen wurde. Als Sieger gingen dementsprechend sehr oft deutsche Fahrer hervor, da die internationale Beteiligung gering war. In den zwanziger Jahren konnte das Rennen Ruhm erlangen und bot internationalen Radsportlern eine Bühne, so konnte 1928 etwa der Italiener Alfredo Binda, ein absoluter Star dieser Zeit, das Rennen gewinnen.

Am 21. April 2003 gab Jan Ullrich bei dem Rennen sein Comeback nach einer Dopingsperre und konnte den Klassiker auf Anhieb für sich entscheiden. Mit Udo Bölts, Erik Zabel, Tom Boonen, Jens Heppner und Steffen Wesemann konnten sich auch weitere Größen des Radsports in die Siegerlisten eintragen. Zwischenzeitlich stand die Austragung des Rennens im Jahr 2009 auf der Kippe, da aufgrund eines größeren Doping-Skandals im Radsport mehrere Sponsoren ihren Rückzug ankündigten und vollzogen. Letztendlich wurde das Rennen mit einem kleinen Budget durchgeführt.

Profis und Amateure

In manchen Jahren wurden lediglich Amateure zu den Rennen zugelassen, in manchen nur Profis und manchmal gab es getrennte Wertungen für beide Kategorien. Zwischen 1930 und 1990 fand in der Regel nur die Amateurwertung statt, erst seit 1990 wird das Rennen wieder als Profirennen ausgeschrieben. Seither gilt es neben den Cyclassics Hamburg und Frankfurt-Eschborn als eines der bedeutendsten Radrennen der Republik. Seit 2015 findet der Klassiker am zweiten Sonntag im Juni statt. Die Strecke verlief ursprünglich immer linksrheinisch bis in die Voreifel. Mittlerweile wird der Rhein überquert und rechtsrheinisch gefahren, ein besonderes Highlight stellt dabei das Kopfsteinpflaster beim Schloss Bensberg dar.

Von Köln aus ins Bergische Land

Die Strecken Führung ändert sich von Jahr zu Jahr, wenn auch nur geringfügig. Zuletzt wurde am Kölner Rheinauhafen gestartet und dann über den Rhein, aus der Stadt ins Bergische Land gefahren, dass Ziel liegt ebenfalls mitten in Köln. Die Besonderheiten der Strecke sind die vielen Anstiege im Bergischen Land und das Kopfsteinpflaster vor dem Bensberger Schloss. Hinauf zum Altenberger Dom und auf den Wipperfürther Agathaberg liegen die besonders markanten Anstiege.

Die StreIm Fahrerfeld finden sich immer wieder einige internationale Topstars.Die Strecke ist anspruchsvoll und kostet einiges an Kraft, außerdem bietet sie potenzial für Ausreissergruppen. Der Ire Sam Bennett gilt als einer der besten Fahrer auf der Strecke, er konnte den Titel im Jahr 2019 für sich entscheiden. Unter den 20 Teams finden sich auch immer wieder einige Teams aus Deutschland, die vor allem auf junge, deutsche Fahrer setzen. Letzter deutscher Sieger wurde Christian Knees im Jahr 2006, doch die deutschen Radsportfans können immer wieder auf einen Sieg hoffen. Mit Nils Politt, der bereits auf das Treppchen von Paris-Roubaix fahren konnte und dem Nachwuchssprinter Rick Zabel gibt es Aspiranten auf den begehrten Titel.

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