Die Paketauslieferer setzen in der City zunehmend auf Lastenräder

In Zeiten des Dieselskandals und in denen Städte immer restriktiver bei der Erlaubnis für Fahrzeuge werden, suchen Lieferdienste nach alternativen Methoden, um Pakete zum Kunden zu bringen. Elektrofahrzeuge sind zwar vielversprechend, die Technologie ist allerdings noch sehr teuer und gerade für kleinere Lieferdienste nicht gerade effizient. So ist der Kauf eines Elektrofahrzeugs mit hohen Investitionskosten verbunden und die Instandhaltung ist bei dieser Art von Fahrzeugen noch relativ unerprobt.

Da Städte aber insbesondere den Stadtkern mit einem geringerem Verkehrsaufkommen entlasten wollen, müssen Lieferdienste also auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Eine sehr umweltbewusste und günstige Methode, um Pakete im Stadtzentrum auszuliefern ist das Lastenrad. Mit dem Rad kann der Kunde gerade in kleineren Städten schnell und umweltfreundlich erreicht werden.

Doch welche Vorteile bietet das Lastenrad noch und weshalb wird es für Lieferdienste immer attraktiver?

Ein ganz klarer Vorteil ist die Einsparung von Emissionen. Innenstädte leiden immer mehr unter dem Ausstoß konventioneller Fahrzeuge. Sowohl Stickoxide als auch Feinstaub sind eine hohe Belastung für die örtlichen Anwohner. Daher gehen immer mehr Städte dazu über, bestimmte Fahrzeugklassen aus der Innenstadt ganz zu verbannen.

Ältere Dieselfahrzeuge, wie sie von vielen Lieferdiensten noch genutzt werden, haben also gar keinen Zugang mehr zum Endkunden. Damit der Kunde dennoch die Pakete pünktlich erhält, ist es sinnvoll, wenn an den innerstädtischen Grenzen Sammelposten gebildet werden an denen die Pakete zwischengelagert werden. Die letzte Meile wird dann von Fahrradkurieren bedient.

Gut fürs Image und ökologisch nachhaltig

Die Räder haben den Vorteil, dass Sie keine Emissionen ausstoßen und damit nicht den Restriktionen der Umweltauflagen unterliegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Lieferdienste sich als umweltfreundlich präsentieren können.

Ökologisch zu wirtschaften gilt mittlerweile als sehr ansprechend und Kunden sind sogar bereit einen höheren Preis zu zahlen, wenn Sie wissen, dass die Lieferung die Umwelt kaum oder gar nicht belastet hat. So können Lieferdienste, die auf das Fahrrad setzen mit einem besseren Image und teilweise höheren Umsätzen rechnen.

Schnellere Lieferung per Lastenrad

Nicht nur aus Sicht der Umwelt kann der Fahrradlieferdienst sinnvoll sein. Der Verkehr stellt ein zunehmendes Problem für Fahrzeuge dar. Staus und enge Straßen sind ein unüberwindbares Hindernis für die Zulieferfahrzeuge. Daraus ergibt sich, dass die Lieferzeit verzögert wird und Pakete teilweise gar nicht zugestellt werden können.

Mit dem Lastenfahrrad sieht dies allerdings anders aus. Dieses kann sich meistens zwischen den Fahrzeugen im Stau durchschlängeln und kann selbst bei kritischen Verkehrsbelastungen noch planmäßig die Pakete abliefern. Anstatt im Stau zu stehen sind die Fahrräder ständig in Bewegung und können so in einer belebten Innenstadt schneller unterwegs sein, als die klassischen Lieferfahrzeuge.

Elektrounterstützt

Im Vergleich zu Lieferfahrzeugen ist die Nutzlast der Lastenräder gar nicht so eingeschränkt, wie oftmals angenommen wird. Die Zuladung kann bis 250 Kilogramm betragen. Bei diesen extremen Gewichten werden die Räder meistens von einem Elektromotor unterstützt. Es muss also sichergestellt werden, dass die Strecke über eine ausreichende Infrastruktur verfügt, um die Räder wieder aufladen zu können.

Nutzlasten bis zu 250 Kilogramm

Wenn keine solchen extremen Lasten bewegt werden sollen, sondern nur vereinzelt ausgeliefert werden, dann ist der Fahrradlieferdienst ganz besonders kosteneffizient. Muss doch kein komplettes Fahrzeug mit einer niedrigen Auslastung losgeschickt werden.

Dennoch gibt es natürlich Einschränkungen der Einsatzgebiete des Fahrradlieferdienstes. In hügeligem Stadtgebiet kann die Anstrengung für den Fahrradkurier zu hoch werden. Selbst mit einem leistungsstarken Elektroantrieb kann die Steigung eventuell nicht überwunden werden. Hier sollte darüber nachgedacht werden, ob es nicht sinnvoller ist, direkt auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen.

Ideal in der City

Ebenfalls können Einschränkungen vorliegen, wenn das Liefergebiet zu groß ist und mit dem Fahrrad nur schwer zu bedienen ist. In Großstädten müssten hierfür mehrere Verteilerposten eingerichtet werden, aus denen die Fahrradkuriere entsandt werden.

Dennoch bleibt festzustellen, dass das Lastenfahrrad eine sehr gute Alternative ist, um umweltfreundlich und zuverlässig Pakete auszuliefern. Die Anschaffung solcher Räder wird zudem von Fördermitteln unterstützt, sodass die Investitionskosten noch niedriger ausfallen.

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