Nachhaftung

Was ist die Nachhaftung?

Die Nachhaftung ist ein Teil der Kfz-Haftpflichtversicherung und gilt dabei als zwingender Bestandteil. Versicherer verpflichten sich, selbst nach Beendigung des Vertrages noch eine gewisse Zeit die Haftung bei Schäden zu übernehmen.

Die Nachhaftung oder Ruheversicherung kommt also nach der Versicherungskündigung eines Fahrzeuges zum Tragen. Gleiches gilt auch, wenn du das Fahrzeug bei der hiesigen Zulassungsstelle abmeldest.

Doch was passiert, wenn du die Kündigung zurückgenommen hast und der Versicherer dieses noch nicht bestätigt hat? Hier gilt laut § 117 VVG ebenfalls die Nachhaftung. Sie endet einen Monat nach Vertragsbeendigung. Ein Geschädigter kann somit auch Ansprüche geltend machen, nachdem die Haftpflichtversicherung beendet ist. Im Schadenfall kann der Versicherer jedoch einen anteiligen Betrag vom Versicherungsnehmer verlangen.

Umfang und Ausschlüsse einer Nachhaftung

Ist diese Haftung abgelaufen, kann ein Unfallgegner nur noch dich für die Geltendmachung der Schäden belangen. Die Regelungen sind in den § 3 des Pflichtversicherungsgesetzes und § 117 des Versicherungsvertragsgesetzes verankert. Allerdings betrifft die Nachhaftung nur die Haftpflichtversicherung.

Hinweis: Für die Kfz-Teilkaskoversicherung und Kfz-Vollkaskoversicherung gibt es keine Nachhaftung. Allerdings kann unter speziellen Voraussetzungen einen Nachversicherungsschutz für einen begrenzten Zeitrahmen anfallen.

Der Versicherer kann die Nachhaftung verweigern, wenn der Versicherte für Schäden anderweitige Leistungen erhält. Diese können von einem Sozialversicherungsträger oder einem anderen Versicherungsunternehmen stammen. Versicherte, die einen Wechsel der Versicherung ohne Unterbrechung vornehmen, erhalten die Ruheversicherung nicht.

Nachhaftung

 

Wie lange ist die Nachhaftung möglich und wie hoch fällt sie aus?

Bei der Kfz-Versicherung beginnt die Nachhaftung in der Regel mit dem Tag der Autoabmeldung bei der Zulassungsstelle. Sie erstreckt sich meist über die Spanne von einem Monat. In diesem Zeitraum ist das Fahrzeug durch die Kfz-Haftpflicht weiterhin versichert.

Wer sein Auto am Tag der Abmeldung fahren möchte, kann dies guten Gewissens tun. Ein abgemeldetes Auto nach Hause zu fahren, erfolgt somit auch unter vollem Versicherungsschutz. Bei einem Schadenfall gelten immer noch die im Vertrag geregelte Deckungssumme sowie die vereinbarte Selbstbeteiligung.

Tipp: Das gibt es bei privatem Autokauf zu beachten

Durch den Abschluss einer neuen Kfz-Versicherung erlischt die Ruheversicherung. Das ist auch dann so, wenn es einen Käufer für das Fahrzeug gibt. Das ist für dich wichtig zu wissen. Schließlich kann der neue Besitzer auf dem Weg zur Zulassungsstelle einen Unfall verursachen.

Ganz gleich, ob es sich um einen selbstverschuldeten Unfall, einen Glasschaden oder Totalschaden handelt: In diesen Fällen besteht die Nachhaftung der Versicherung fürs Kfz. Geht der Schaden jedoch über die Deckungssumme, musst du für die Differenz aufkommen.

Hast du weitere Fragen zur Nachhaftung der Haftpflichtversicherung? Wir helfen dir gerne weiter.

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