Gefahrerhöhung

Damit du am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen kannst, musst du deine Versicherungspflicht erfüllen. Neben dem Versicherungsschutz gibt es allerdings weitere Voraussetzungen, damit du mit deinem Erst- oder Zweitfahrzeug losfahren kannst. Verändert sich beispielsweise die Gefahrerhöhung der Versicherung, besteht Handlungsbedarf.

Was ist eine Gefahrerhöhung?

Von einer Gefahrerhöhung bei der Kaskoversicherung oder der Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Rede, wenn ein höheres Versicherungsrisiko besteht als ursprünglich angedacht. Dieses zusätzliche Risiko wirkt sich auf die Versicherungsprämie aus.

Jede Gefahrerhöhung bezieht sich demnach auf die Angaben, unter denen du deine Versicherung abschließt. Für eine klassische Gefahrerhöhung sind eine abweichende Halterschaft oder die Nutzung durch mehrere Fahrer gute Beispiele.

Diese Änderungen sind in der Regel dauerhaft. Deshalb musst du sie sofort deiner Versicherungsgesellschaft mitteilen. Das Ergebnis ist, dass sich dein monatlicher oder jährlicher Beitrag neu berechnet.

Wichtig: Auch wenn dich höhere Prämien erwarten, solltest du die Gefahrerhöhung unbedingt melden. Bist du als einziger Fahrer/ einzige Fahrerin eingetragen und verursacht ein anderer Fahrer grob fahrlässig einen Schadensfall? Dann kann das ernste Konsequenzen mit sich bringen.

Das sind die Faktoren für eine Gefahrerhöhung

Ein erhöhtes Risiko kann viele Gründe haben. Die folgenden Faktoren sind dafür besonders relevant:

  • Du ziehst um, was eine neue Regionalklasse zufolge hat.
  • Deine Jahreskilometerleistung fällt höher aus als ursprünglich angegeben.
  • Wenn du dein Fahrzeug nicht länger in der Garage abstellen kannst, sondern beispielsweise nur am Straßenrand.
  • Als berechtigter Fahrer lässt du andere Familienmitglieder oder Bekannte mit deinem Auto fahren. Die Gefahr ist allerdings noch größer, wenn du dein Kfz einem Fahranfänger aushändigst.
  • Du hast das Fahrzeug stark verändert, sodass es durch ein Motortuning deutlich mehr PS hat.

All diese Faktoren beeinflussen dich als Fahrzeughalter oder Fahrzeugeigentümer zunächst nur indirekt. Tritt ein selbstverschuldeter Unfall ein oder auch ein Glasschaden, hilft dir deine Kfz-Teilkaskoversicherung oder Vollkaskoversicherung wie gewohnt weiter. Da die Versicherungsgesellschaft jedoch ein deutlich höheres Risiko trägt, ist sie daran interessiert, den Beitrag entsprechend anzupassen. Das ist durchaus sinnvoll, denn ein wirtschaftlicher Totalschaden bedeutet insbesondere bei neuen Fahrzeugen hohe Kosten.

Gefahrerhöhung

Was passiert, wenn ich die Erhöhung nicht melde?

Kommt es zu einer Gefahrerhöhung, musst du sie umgehend melden. Es handelt sich um eine Obliegenheitspflicht deinerseits als Versicherungsnehmer. Versäumst du die Meldung, kann das ernsthafte Folgen im Schadensfall mit sich bringen:

  • Eine deutliche Erhöhung deiner Prämien, wobei diese unabhängig vom Schadensfall ist.
  • Die Versicherung kann eine Nachzahlung der Prämienerhöhung einfordern.
  • Gegebenenfalls musst du mit Strafzahlungen rechnen.
  • Ein Risikoausschluss oder die Kündigung deiner Autoversicherung sind ebenfalls möglich.
  • Deine Kfz-Haftpflichtversicherung kann Regressforderungen von bis zu 5.000 Euro geltend machen.
  • Im schlimmsten Fall kann deine Versicherung die Kostenübernahme verweigern (Haftungsfreiheit), sollte sie dir Vorsatz unterstellen. Damit verhält es sich ähnlich wie bei Fahrerflucht.

All diese Gründe sprechen dafür, dass du die Gefahrerhöhung umgehend deiner Versicherungsgesellschaft mitteilst. Damit bist du auf der sicheren Seite und kannst bedenkenlos am Straßenverkehr teilnehmen.

Beispiele für die Gefahrerhöhung bei der Kfz-Versicherung

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen einer objektiven und einer subjektiven Gefahrerhöhung. Während du auf objektive Risiken keinen Einfluss hast, geschehen subjektive Gefahrerhöhungen wissentlich. Dazu gehört:

  • Du fährst mit defekten Bremsen oder abgefahrenen Reifen.
  • Dein Fahrzeug ist nicht verkehrssicher, was dir bekannt ist.
  • Du benötigst eine Brille oder Kontaktlinsen, fährst aber ohne.
  • Dein Auto stellst du an der Straße ab, obwohl du eine Garage hast.
  • Du ziehst vom Land in die Innenstadt.

Übrigens: Selbst, wenn keine Gefahrerhöhung vorliegt, solltest du vor allem bei Auslandsreisen einiges beachten. Denke unbedingt an einen guten Auslandsschadenschutz und nimm die Telefonnummer vom Zentralruf der Autoversicherer mit.

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