"eRockit" – die E-Bike Rakete!

Herbie Hancock hat es im Jahr 1983 auch schon versucht, das Wortspiel mit „Rocket“ für Rakete und „Rock It“, sinngemäß für lass es krachen. Dreißig Jahre später, im Jahr 2013, nahm sich eine Berliner Fahrradschmiede dieses Begriffes an und lancierte das eRockit, ein elektrisches Kraftrad, das statt Fußrasten Pedale besitzt, ähnlich wie beim Fahrrad.

Der Clou am eRockit: es hat keinen Gasgriff. Vielmehr sind die Pedale an einen kleinen Generator angeschlossen. Dieser Generator erzeugt einen schwachen Steuerstrom, der an den Bordcomputer weitergegeben wird. Dieser berechnet mit einem besonderen Algorithmus, wie schnell der Fahrer unterwegs wäre, säße er auf einem ordentlichen Fahrrad – und beschleunigt entsprechend per Elektromotor. Dieser Algorithmus kann in drei Stufen vorgewählt werden, und je nach Stufe werden die Pedalbewegungen mehr oder weniger wohlwollend interpretiert.

E-Power

Was das eRockit vom Pedelec unterscheidet, ist der rein elektrische Vortrieb. Während beim Pedelec normales Radeln möglich ist, da eine mechanische Verbindung zwischen Pedalen, Tretlager und Hinterrad besteht, fährt das eRockit nur durch den Elektromotor. Wenn die Batterie leer ist, dann hilft nur schieben. Wer sich erhofft, durch die Pedale körperliche Ertüchtigung zu erfahren, wird enttäuscht, denn die Pedale sind reine Zierde. Sie ersetzen lediglich den Gashahn.

So entsteht das von eRockit-Fahrern so geschätzte Gefühl, nur kurz in die Pedale gestiegen zu sein, und plötzlich eine Beschleunigung unter dem Sattel zu spüren, als wäre man Eddy Merckx oder Chris Froome.

Das ist kein Wunder. Der Elektromotor leistet immerhin 9 kW, das sind rund 12 PS. Die erreichbare Höchstgeschwindigkeit liegt bei 81 km/h, obwohl mit einem 9-kW-Elektromotor sicher noch mehr möglich wäre. Wie immer bei E-Bikes wird auch beim eRockit immer die Reichweite im Blick behalten.

Es ist also gut vorstellbar, dass 100 oder 110 km/h technisch machbar wären, dabei allerdings der Akku binnen weniger Minuten leergesaugt würde. Das wäre wenig alltagstauglich und auch keine gute Werbung. Die Vermutung liegt nah, dass hier eine elektronische Drossel im Hintergrund wirkt.

Auch preislich rekordverdächtig

Der Hersteller hatte seinerzeit ein neues Modell mit 100 km/h Höchstgeschwindigkeit angekündigt, allerdings kam es dazu nicht, denn zum stolzen Preis von über 12000,- Euro kam die Notwendigkeit der Zulassung als Leichtkraftrad, was leider für sehr überschaubare Verkaufszahlen sorgte. Die Macher des eRockit warfen schon ein Jahr später das Handtuch, die Firma eRockit GmbH wurde nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens im Juni 2014 aufgelöst.

Das Aus für eRockit?

Nun gibt es aber vielleicht doch noch ein Happy End. Unter dem Firmennamen „Human Hybrid“ formiert sich gerade die offizielle Nachfolge der eRockit GmbH. Das eRockit selbst soll neu aufgelegt werden und voraussichtlich im Jahr 2019 in den Handel kommen. Dem Vernehmen nach hat das Antriebskonzept seinerzeit viel Beachtung erhalten, so erhofft sich die neue Führung im zweiten Anlauf, ein wirtschaftlich funktionierendes Konzept auf die Beine zu stellen.

Das neue eRockit sieht noch einen Tick futuristischer aus, über die verwendete Technik existieren noch keine Daten. Wir dürfen also auf alle Fälle gespannt sein.

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