Warnleuchten im Auto – was bedeuten sie?

Sicher kennst du das Problem: Du bist mit deinem Auto unterwegs und auf einmal springt eine Warnleuchte an. Oder: Du hast gerade den Motor gestartet und musst feststellen, dass eine Warnleuchte auf dem Display des Bordcomputers wider Erwarten an bleibt. In solchen Momenten gibt es zunächst keinen Grund zur Panik. Dennoch solltest du wissen, wie du in diesen Fällen richtig reagierst. Denn eine missachtete Warnleuchte kann schnell zu teuren Schäden an deinem Fahrzeug führen.

Im schlimmsten Fall können nicht beachtete Warnleuchten im Auto sogar schwere Unfälle mit lebensgefährlichen Verletzungen verursachen. Wenn du beispielsweise die Warnleuchte für das Bremssystem ignorierst, kann es passieren, dass die Bremsen nicht mehr richtig funktionieren. So kann jeder Bremsvorgang leicht zu einem Auffahrunfall führen.

Welche Warnleuchten gibt es im Auto?

Es nicht immer ganz einfach, für jedes Auto die Bedeutung der einzelnen Warnleuchten im Kopf zu haben. Zwar handelt es sich bei den Leuchten um internationale Standardsymbole, was das Verständnis erheblich erleichtert, dennoch verfügen moderne Fahrzeuge mit viel Elektronik in der Regel noch über einige weitere Warn- beziehungsweise Kontrollleuchten. Diese können von Modell zu Modell variieren. Die Farbe der Kontrollleuchte gibt Aufschluss darüber, wie schnell du beim Anspringen der Warnleuchte reagieren musst.

Hierbei unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Kategorien:

  • Grüne Kontrollleuchten
  • Gelbe Warnleuchte im Auto
  • Rote Warnleuchten
  • Weiße Kontrollleuchten
  • Blaue Kontrollleuchten

Jede dieser Farben hat eine eigene allgemeine Bedeutung, unabhängig davon, welches Symbol gerade angezeigt wird:

  • Grüne Symbole sind lediglich ein Zeichen für die Funktionalität oder Bereitschaft eines Systems, das du ein- oder ausschalten kannst. Auf ein solches Symbol brauchst du nicht weiter zu reagieren.
  • Eine orangene oder gelbe Warnleuchte zeigt an, dass ein Problem aufgetreten ist, um das du dich zeitnah kümmern solltest. Hier solltest du in den nächsten Tagen eine Werkstatt aufsuchen und den Fehler überprüfen lassen.
  • Eine rote Warnleuchte deutet auf ein akutes Problem hin, das meist mit einem Funktionsausfall einzelner Systeme zu tun hat. Leuchtet eine solche Warnleuchte in deinem Auto auf, solltest du das Fahrzeug am besten umgehend abstellen und den Pannendienst rufen. Zumindest solltest du auf direktem Weg die nächstgelegene Werkstatt ansteuern.
  • Weiße Leuchten stellen in den meisten Fällen eine Empfehlung zu einer Fahrpause dar. Auch bei Statusmeldungen oder anderen Empfehlungen wird meistens weißes Licht verwendet.
  • Eine blaue Leuchte im Auto zeigt dir an, dass du das Fernlicht eingeschaltet hast. Es ist die einzige Kontrollleuchte, bei der blaues Licht zum Einsatz kommt. Das hat vor allem praktische Gründe. So solltest du das Fernlicht immer ausschalten, wenn vor dir ein anderes Auto fährt oder dir ein anderes Fahrzeug entgegenkommt. Andernfalls könntest du die anderen Verkehrsteilnehmer blenden und gefährden. Der falsche Einsatz des Fernlichts wird daher mit einem entsprechenden Bußgeld geahndet.

Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung ist die Art des Leuchtens. Je nachdem, ob eine Warnleuchte durchgehend leuchtet oder blinkt, kann das verschiedene Bedeutungen haben, wie das Beispiel der Motorkontrollleuchte zeigt: Sobald die Kontrollleuchte auf dem Display erscheint (Dauerleuchten), deutet dies auf einen Defekt hin. Dieser stellt allerdings keine unmittelbare Gefahr für deinen Motor oder deine Umwelt dar. Du kannst also ruhig weiterfahren, solltest aber in den folgenden Tagen eine Werkstatt aufsuchen. Anders sieht es aus, wenn die Motorkontrollleuchte sehr schnell blinkt. In diesem Fall wurde ein schwerer Fehler des Systems festgestellt. Dann musst du dein Fahrzeug unmittelbar und so schnell wie möglich in eine Werkstatt bringen. Andernfalls könnte ein erheblicher Schaden am Motor entstehen.

Das sind die wichtigsten Warnleuchten im Auto

Insgesamt gibt es im Auto bis zu 80 verschiedene Warnleuchten. Eine detaillierte Liste mit den verschiedenen Warn- und Kontrollleuchten findest du im Handbuch deines Fahrzeugs. Dort sind die einzelnen Symbole aufgeführt und die jeweilige Bedeutung der Warnleuchte im Auto wird kurz erläutert. Im Folgenden geben wir dir einen Überblick über die wichtigsten Warnleuchten. Dabei gehen wir auch auf die dahinterliegenden Fehler und Probleme ein.

Die folgenden 16 Warn- und Kontrollleuchten sollten Autofahrende unbedingt kennen:

  1. Ölstand-Warnleuchte
  2. Ölmangel-Warnleuchte
  3. Kühlmittel-Warnleuchte
  4. Batterie-Warnleuchte
  5. Bremswarnleuchte
  6. Gurtwarnleuchte
  7. Motorkontrollleuchte
  8. Bremskontrollleuchte
  9. Airbag-Kontrollleuchte
  10. Reifendruck-Kontrollleuchte
  11. Vorglühkontrolle
  12. Fernlicht
  13. Nebelscheinwerfer
  14. Nebelschlussleuchte
  15. Tank-Warnleuchte

Die einzelnen Leuchten haben jeweils unterschiedliche Bedeutungen. So gibt es Signale, die dich lediglich informieren, wenn du eine bestimmte Funktion aktiviert hast. In anderen Fällen ist hingegen ein schnelles Handeln gefragt. Nicht selten sind sie ein Hinweis darauf, dass du dein Auto besser unverzüglich stehen lassen solltest. Idealerweise solltest du all diese Leuchten kennen. Auch als Fahranfänger oder Fahranfängerin ist es daher wichtig, dich mit der Bedeutung der folge

nden Warn- und Kontrollleuchten vertraut zu machen.

1) Ölstand-Warnleuchte

Ölstand-Warnleuchte

Wenn diese rote Warnleuchte im Auto anspringt, ist der Öldruck im Motor zu gering. Das bedeutet, dass nicht mehr genug Schmierstoff vorhanden ist, um für einen reibungslosen Motorbetrieb zu sorgen. Die Folge kann ein Motorschaden sein. In den meisten Fällen liegt hier ein akuter Ölmangel vor. Beim Aufleuchten dieser Leuchte solltest du also schnellstmöglich den Pannendienst rufen und dein Auto besser abstellen.

2) Ölmangel-Warnleuchte

Diese Leuchte sieht beinahe genauso aus wie die Ölstand-Warnleuchte. Jedoch sind hier zusätzlich eine gezackte Linie und ein „MIN“-Zeichen zu sehen. Wie der Name bereits vermuten lässt, zeigt die Ölmangel-Warnleuchte an, dass ein Ölmangel droht. Hier solltest du so schnell wie möglich Öl nachfüllen. Verschwindet die Warnleuchte nicht, solltest du sofort eine Werkstatt aufsuchen. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du dein Auto auch abstellen und den Pannendienst rufen.

Hinweis: Es kann vorkommen, dass anstelle der Ölmangel-Warnleuchte plötzlich die Ölstand-Warnleuchte erscheint. Auch dann solltest du den Wagen stehen lassen oder in die nächste Werkstatt fahren.

3) Kühlmittel-Warnleuchte

Motorleuchte (Kühlmittel-Warnleuchte)

Diese Warnleuchte wird mitunter auch als Motorleuchte bezeichnet. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine rote Warnleuchte, die anspringt, wenn der Motor oder die Kühlflüssigkeit zu heiß werden. In den meisten Fällen fehlt es einfach an Kühlflüssigkeit. In seltenen Fällen ist ausreichend Kühlflüssigkeit vorhanden, aber der Motor ist überlastet.

Wenn diese Leuchte angeht, solltest du zunächst die Heizung aufdrehen. Das kann im Sommer sehr unangenehm sein – es entlastet aber den Motor, weil die Heizung die Motorhitze am effektivsten ableitet. Geht die Kontrollleuchte dadurch nicht aus, muss dringend Kühlmittel nachgefüllt werden. Doch Vorsicht: Nach dem Fahren steht der Kühler unter Druck. Bevor du den Behälter für Kühlflüssigkeit öffnest, musst du das Fahrzeug als erstes abkühlen lassen. Wenn nach einem Neustart die Leuchte immer noch an ist, solltest du direkt eine Werkstatt aufsuchen.

4) Batterie-Warnleuchte

Batterie-Warnleuchte

Diese Leuchte deutet auf eine Störung in der Batterie oder der Lichtmaschine hin. Geht diese Leuchte an, hat das in der Regel drei mögliche Folgen. Es kann sein, dass du dein Auto nach dem nächsten Abschalten nicht mehr starten kannst. Außerdem kann die Servolenkungen versagen oder der Keilriemen reißen.

Wenn diese rote Warnleuchte anspringt, solltest du auf direktem Wege in die Werkstatt fahren. Wenn dein Auto eine elektrische Servolenkung hat, ist es das Sinnvollste, direkt anzuhalten und den Pannendienst zu rufen.

5) Bremswarnleuchte

Bremswarnleuchte

Geht die rote Bremswarnleuchte an, kann das zwei Hintergründe haben. Möglichkeit Nummer eins ist eine nicht komplett gelöste Handbremse. Wenn die Warnleuchte angeht, solltest du deshalb als Erstes die Handbremse checken.

Geht die Warnleuchte im Auto jedoch nicht aus, liegt es in den meisten Fällen an einem Mangel an Bremsflüssigkeit. Das wiederum kann sehr gefährlich werden. Jetzt heißt es, sehr vorsichtig zur nächsten Werkstatt zu fahren.

6) Gurtwarnleuchte

Gurtwarnleuchte

In Deutschland gilt auf allen Sitzen im Auto eine Gurtpflicht. Erkennt dein Auto, dass du oder einer deiner Mitfahrenden nicht angeschnallt seid, geht daher eine rote Warnleuchte an. Gleichzeitig ertönt ein unangenehmes Piepen. Licht- und Tonsignal verschwinden, wenn sich die jeweilige Person im Auto angeschnallt hat.

Tipp: Manchmal geht die Leuchte auch an, obwohl du angeschnallt bist und niemand neben dir sitzt. Das liegt meist daran, dass ein schwerer Gegenstand auf dem Beifahrersitz liegt. So kann der Sensor auch ohne die Anwesenheit einer weiteren Person ausgelöst werden.

7) Motorkontrollleuchte

Motorkontrollleuchte

Diese gelbe Warnleuchte im Auto ist so etwas wie ein Sammelsignal. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Von einem Fehler im Abgassystem bis zur Zündanlage ist hier alles möglich. Um den konkreten Fehler zu finden, muss die Fehlermeldung in einer Werkstatt ausgelesen werden.

Da hier immer auch ein Motorschaden drohen kann, solltest du zeitnah eine Werkstatt aufsuchen und den Wagen durchchecken lassen. Diese Schäden lassen sich am besten vermeiden, indem du regelmäßig eine Inspektion am Auto durchführen lässt.

8) Bremskontrollleuchte

Bremskontrollleuchte

Die Bremskontrollleuchte ist eine orangene Warnleuchte, die nicht mit der Bremswarnleuchte zu verwechseln ist. Denn die Bremskontrollleuchte zeigt an, dass die Bremsbeläge abgefahren sind. Es empfiehlt sich, innerhalb der nächsten 200 Kilometer eine Werkstatt anzufahren.

9) Airbag-Kontrollleuchte

Airbag-Kontrollleuchte

Diese LED-Warnleuchte zeigt an, dass mit deinen Airbags etwas nicht stimmt. Die Folge kann sein, dass die Airbags plötzlich einfach aufgehen. Auch ein defekter elektrischer Kontakt oder eine vollständige Entladung der Batterie kommen als Ursache infrage. Gewissheit bringt eine Auslesung des Fehlers in der Werkstatt deines Vertrauens.

10) Reifendruck-Kontrollleuchte

Reifendruck-Kontrollleuchte

Seit dem 01.11.2014 sind sie Pflicht in allen Neuwagen – Ventile, die mit dem Reifendruck-Kontroll-System (RDKS) ausgestattet sind. Dabei zeigt dir dein Fahrzeug an, ob ein Reifen einen zu geringen Luftdruck hat. Hier solltest du einfach an der nächsten Tankstelle den Reifendruck prüfen. Erscheint die Leuchte schon nach wenigen Tagen wieder, deutet das auf ein Loch im Reifen hin.

11) Vorglühkontrolle

Vorglühleuchte

Diese Warnleuchte im Auto gibt es nur beim Diesel. Sie zeigt an, ob der Motor noch vorglühen muss oder ob du problemlos einfach starten kannst. Moderne Dieselfahrzeuge brauchen für das Vorglühen nur noch Sekunden – bei älteren Dieselautos kann das schon etwas länger dauern. Erst wenn das Symbol verschwindet, darfst du den Motor starten.

12) Fernlicht

Fernlicht

Diese Warnleuchte im Auto ist blau und weist darauf hin, dass du mit Fernlicht fährst. Dann solltest du darauf achten, dass du niemanden im Gegenverkehr oder auf deiner eigenen Spur störst, indem du das Fernlicht rechtzeitig ausschaltest.

13) Nebelscheinwerfer

Diese grüne Kontrollleuchte ist an, wenn du mit Nebelscheinwerfern unterwegs bist. Bei schlechter Sicht macht das Sinn – bei guter Sicht droht ein Bußgeld.

14) Nebelschlussleuchte

Nebelschlussleuchte

Die Nebelschlussleuchte ist das Gegenstück zum Nebelscheinwerfer. Sie befindet sich am Heck deines Fahrzeuges. Auch hier gilt: Ist es sehr neblig, solltest du die Schlussleuchte einschalten. Bei guter Sicht kann diese andere Verkehrsteilnehmer jedoch behindern und stören.

15) Tank-Warnleuchte

Tank-Warnleuchte

Die Tank-Warnleuchte ist allen Verkehrsteilnehmern ein Begriff. Geht sie an, hast du meist noch für 50 – 100 Kilometer Entfernung Benzin oder Diesel im Tank. Wichtig ist hier, dein Fahrzeug gut zu kennen, denn die tatsächliche Reichweite nach Anspringen der Lampe kann sehr verschieden sein. Jetzt gilt es, die nächste Tankstelle anzusteuern.

Fazit

Die Warnleuchten im Auto zu kennen, ist für Fahrzeughalter und Fahrzeughalterinnen von enormer Bedeutung. Im Zweifelsfall kannst du aber immer noch auf das Handbuch deines Fahrzeugs zurückgreifen.

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