Elektroauto gebraucht kaufen: Worauf muss ich achten?

Du denkst über den Kauf eines Autos nach und liebäugelst damit, ein Elektroauto gebraucht zu kaufen? Gleichzeitig hast du dich schon ein wenig informiert und bist dir nicht sicher, ob die Elektrovariante die passende Lösung für dich ist? In diesem Fall helfen dir die folgenden Abschnitte bestimmt weiter. Wir erklären dir, was du über gebrauchte Elektroautos wissen und welche Risiken du gegebenenfalls beachten solltest.

Elektroauto gebraucht kaufen: Das sind die Risiken

Wenn du ein gebrauchtes Elektroauto kaufst, gehst du grundsätzlich erst einmal ein gewisses Risiko ein. Dies liegt jedoch nicht daran, dass es Zweifel an dem Qualitätsanspruch der Hersteller geben würde. Vielmehr sind E-Autos einfach noch so neu, dass es aktuell schwierig ist, bestimmte Entwicklungen abzuschätzen.

Zwei Fragen, die hier immer wieder im Fokus stehen, sind:

  • Wie wird sich die Leistungsfähigkeit der Akkus entwickeln?
  • Was ist ein Elektroauto, dass ich heute gebraucht kaufe, in den folgenden Jahren noch wert?

Diese Faktoren solltest du beachten, wenn du ein Elektroauto gebraucht kaufen möchtest. Viele Hersteller haben ihre Elektroautos im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt und konnten Kinderkrankheiten ausmerzen. Ein großer Vorteil bei Elektroautos ist: ein E-Auto hat weniger Verschleißteile als ein Verbrenner. So kannst du Werkstattkosten reduzieren.

Akku im Fokus: Wie gut ist die Reichweite von gebrauchten E-Autos?

Beim kauf eines gebrauchten Elektroautos stellt sich oftmals die Frage, wie lange der Akku hält. Zum Glück sind viele Ängste in Bezug auf eine deutlich eingeschränkte Akkuleistung bei gebrauchten E-Autos unbegründet. Denn immer mehr Hersteller legen Wert darauf, dass ihre Autos nicht mehr nur in der Stadt, sondern beispielsweise auch für längere Autofahrten genutzt werden können. Eine Reichweite zwischen 400 und 600 Kilometern ist hier – je nach Modell – keine Seltenheit mehr.

Vielen Fahrern eines Elektroautos ist es jedoch nicht wichtig, hiermit lange Strecken bewältigen zu können. Oft ist es ihnen weitaus wichtiger, dass das E-Auto im Alltag ein verlässlicher Begleiter ist. Und hierzu braucht es keine große Reichweite. Für die meisten gilt daher eine Angabe von bis zu 300 Kilometern als passabel und vertretbar. Somit erklärt es sich von selbst, weshalb sich die meisten Modelle auch in dieser Range bewegen.

Du gehörst zu denjenigen, die Wert auf Alltagstauglichkeit UND eine große Reichweite legen? In diesem Fall solltest du die Modelle am Markt unbedingt miteinander vergleichen. Hier gibt es teilweise deutliche Unterschiede – vor allem auch in Bezug auf den Preis.

Gibt es die Elektroauto-Kaufprämie auch für Gebrauchtwagen?

Wer sich günstige gebrauchte Elektroautos sichern möchte, sollte sich auch im Hinblick auf Förderung und Co. informieren. Auf diese Weise lässt sich oftmals noch ein wenig Geld sparen. Die gute Nachricht ist, dass auch gebrauchte E-Autos gefördert werden können. Aber nur dann, wenn der Käufer oder die Käuferin nicht bereits im Rahmen des Erstkaufs staatliche Unterstützung erhalten hat.

Leider klammern viele Verkäufer genau diesen Aspekt (zumindest im ersten Schritt) aus, indem sie beispielsweise in ihrer Annonce nicht darauf hinweisen. Am besten fragst du also gezielt nach. Immerhin hast du so die Möglichkeit, von einer staatlichen Förderung in Höhe von bis zu 5.000 Euro zu profitieren.

Bitte beachte, dass hierzu jedoch noch weitere Faktoren erfüllt sein müssen. So gilt die Förderung beispielsweise nur dann, wenn der betreffende Wagen nach dem 4. November 2019 zum ersten und zwischen dem 3. Juni 2020 und dem 31. Dezember 2022 zum zweiten Mal zugelassen wurde.

Unter verschiedenen Umständen kannst du somit von einer Förderung deines Elektroautos profitieren. Es gilt jedoch in jedem Fall, bestimmte Richtlinien einzuhalten.

Elektroauto gebraucht

Geringer Verschleiß: Die Vorteile gebrauchter Elektroautos

Verschleiß ist der natürliche Feind der Fahrzeugeigentümerinnen und Fahrzeugeigentümer. Wenn du einen Gebrauchtwagen – egal, ob Verbrenner oder Elektro – kaufst, fragst du dich vielleicht, wann wohl der erste Werkstattbesuch ansteht. Zum Beispiel, weil ein defektes Teil ausgetauscht werden muss. Hier schaffen es gebrauchte Elektroautos jedoch durchaus, immer mehr zu überzeugen.

Durchschnittlich sind sie im Zusammenhang mit Abnutzungserscheinungen weitaus weniger „empfindlich“ als ein klassischer Verbrenner. Auch in Bezug auf die Laufleistung musst du hier, vielen Tests zufolge, keine Einschränkungen hinnehmen. Hinzu kommt: Die Verschleißteile, die beim Benziner (oder Diesel) oft besonders viele Kosten verursachen, gibt es beim E-Auto nicht. Hierzu gehören unter anderem der Auspuff, die Zündkerzen und der Zahnriemen.

Dennoch wäre es natürlich auch falsch, anzunehmen, dass ein Elektroauto „unverwundbar“ ist. Auch hier kann Verschleiß dafür sorgen, dass du mit Werkstattkosten in unterschiedlicher Höhe kalkulieren musst. So solltest du zum Beispiel im Hinblick auf die Bremsen und deren Funktion natürlich keine Kompromisse eingehen. Sind sie angerostet, ist es an der Zeit, eine Werkstatt aufzusuchen. Denn: Rost kann auch die Bremsleistung von E-Autos stark beeinflussen.

Zusatztipp: Anstatt lediglich zu bremsen, indem du deinen Fuß vom Gas nimmst, solltest du dein E-Auto ab und an aktiv mit dem Bremspedal bremsen. Auf diese Weise kann einer vorzeitigen Rostbildung oft vorgebeugt werden.

Sind Autos mit Mietbatterie eine Alternative?

Elektroauto gebrauchtDu bist vom hohen Qualitätsstandard von Elektroautos überzeugt, traust dem Ganzen in Bezug auf die Haltbarkeit der Batterie jedoch noch nicht so ganz? In diesem Fall kann es sich lohnen, auf die Mietbatterie als Alternative zu setzen. Manche Autohersteller bieten es an, einen Vertrag zur Mietbatterie zu übernehmen. Beachte in diesem Zusammenhang jedoch, dass es sich hierbei tatsächlich um eine Miete handelt, für die du monatlich zahlen musst. Doch keine Sorge! Diese Alternative hat natürlich keinen Einfluss auf die Herstellergarantie.

Sollte dir die Option einer solchen Mietbatterie als Alternative besonders wichtig sein, sprich den Hersteller bzw. den Autohändler deines Vertrauens an.

Hierbei solltest du natürlich auch immer im Hinterkopf behalten, dass ein Elektroauto aus mehr als einer Batterie besteht. Daher ist es wichtig, auch hier den Gesamtzustand des Wagens zu checken. Wichtige Fragen, die du im Rahmen des Verkaufsgesprächs an den Verkäufer stellen solltest, sind unter anderem:

  • Wie hoch ist die Reichweite des Wagens mit einer Ladung?
  • Gab es in der Vergangenheit etwaige Reparaturen?
  • Wie viele Vorbesitzer sind das Auto bereits gefahren?
  • Wurde bereits eine staatliche Förderung in Anspruch genommen?
  • Ist das Auto scheckheftgepflegt?

Darauf solltest du bei einer Probefahrt achten

Du hast dich für einen Favoriten entschieden? Vielleicht hast du auch schon einen Nachmittag damit verbracht, die Kfz-Steuer zu berechnen, um anfallende Kosten noch besser einschätzen zu können. Dann ist es nun an der Zeit, das betreffende Elektroauto Probe zu fahren. Auf die folgenden Punkte solltest du im Zusammenhang mit einer solchen Probefahrt auf jeden Fall achten:

Der Gesamteindruck

Hier unterscheidet sich das Elektroauto nicht vom Benziner oder Diesel: Der Gesamteindruck muss stimmen. Das betrifft in erster Linie das äußere Erscheinungsbild – inklusive möglicher Lack- und Blechschäden. Auch das berühmte Bauchgefühl spielt in Bezug auf die Kaufentscheidung eine wichtige Rolle.

Beachte die Reichweitenanzeige

Immerhin möchtest du doch wissen, wie oft du im Alltag die Ladesäule aufsuchen und dein Elektroauto laden musst, oder nicht? Daher gilt: Achte auf die Anzeige im Bordcomputer, bewerte die Fahrleistung und fahre am besten so, wie du immer fährst. So kannst du dir einen bestmöglichen Eindruck verschaffen.

Stelle Fragen

Der Vorbesitzer kann dir (hoffentlich ehrliche) Angaben zum Fahrverhalten, der Reichweite, der Ladedauer usw. geben. Sollte er im Laufe des Gesprächs herumdrucksen oder hektisch wirken, kann es sein, dass er etwas zu verbergen hat. Generell solltest du dein Auto – unabhängig vom Modell – natürlich nur von verlässlichen Anbietern kaufen.

Lass‘ Dir das Serviceheft zeigen

Ein Blick in das Serviceheft zeigt dir, wie gut der Wagen gepflegt wurde. Bitte den Besitzer darum, es dir zu zeigen, sodass du einen genaueren Einblick in die Historie des Wagens erhalten kannst. Frage ruhig auch gezielt danach, ob es an dem Auto zum Beispiel schon mal einen Lackschaden, einen Hagelschaden oder Ähnliches gab.

Zusatztipp: Viele Fragen ergeben sich erst im Nachhinein. Zögere nicht, vor dem Unterschreiben des Kaufvertrages, alle Unklarheiten zu beseitigen, um auch wirklich auf der sicheren Seite zu sein.

Wenn die Probefahrt und das darauffolgende Gespräch positiv verliefen, zeigt sich in der Regel schnell, dass es zwar auch beim Kauf von Elektroautos einige Punkte zu beachten gibt, es aber nicht sinnvoll wäre, in Bezug auf Reichweite und Co. allzu misstrauisch zu sein. Der hohe Qualitätsstandard der Hersteller wird stattdessen sicherlich auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Anzahl der zugelassenen Elektroautos, auch in der gebrauchten Variante, noch weiter zunehmen wird.

 

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