Der internationale Radsportverband Union Cycliste Internationale "UCI"

In Deutschland ist der Union Cycliste Internationale den meisten Menschen vermutlich eher unter dem Namen „Internationaler Radsportverband“ oder mit dem Kürzel „UCI“ bekannt. In seiner Funktion als Dachverband der meisten nationalen Radsportverbände repräsentiert der UCI nach eigenen Angaben 194 Verbände auf fünf Kontinenten und insgesamt mehr als 1.500 professionelle Radsportler. Hinzu kommen über eine halbe Millionen lizenzierte Radrennfahrer und circa zwei Milliarden rennsportbegeisterte Hobby-Athleten, Fans oder einfach Freunde des Radfahrens als solches.

So kam es zur Gründung des Radsportverbands

Der UCI wurde im Jahr 1900 in Paris gegründet. Die Geschichte des Verbands reicht aber sogar noch etwas weiter zurück, denn bereits im Jahr 1892 wurde mit der ICA (International Cyclists’ Association) die Vorgänger-Organisation gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern des internationalen Radsportverbandes gehörten neben Frankreich, der Schweiz und Belgien auch Italien und die USA.

Zum ersten Präsidenten wurde der Belgier Emile De Beukelaer ernannt. Ziel des Radsportverbandes war eine bessere internationale Vernetzung, eine Standardisierung der Wettkampfbedingungen und ein höherer Professionalisierungsgrad bei Athleten und Wettkämpfen.

Von dieser effizienteren und globaleren Arbeitsweise sollten alle Radfahrer vom Spitzensportler bis zum Hobby-Athleten profitieren. Zu Beginn war der UCI aber noch weit von der globalen Organisation entfernt, die er heute ist, auch wenn direkt im ersten Jahr die ersten offiziellen UCI-Bahn-Weltmeisterschaften ausgerichtet wurden.

Die Geschichte von Union Cycliste Internationale

Nach seiner Gründung wuchs der Verband stetig weiter. Es kamen immer neue Wettbewerbe und Weltmeisterschaften hinzu und immer mehr Landesverbände schlossen sich dem UCI an, manche sogar direkt bei ihrer Gründung.

Der Sitz des Verbandes war bis zum Jahr 2002 in der Schweizer Stadt Lausanne und wurde dann innerhalb der Schweiz nach Aigle verlegt. Lange Zeit wurde innerhalb des Verbandes nicht strikt zwischen Amateuren und Profis getrennt.

1965 kam es aber zur Gründung der internationale Amateurradsport-Föderation und der Internationale Profiradsport-Föderation. Diese getrennte Organisation und Repräsentation von Profis und Amateuren sollte für einen höheren Professionalisierungsgrad im Radrennsport sorgen und gleichzeitig eine ausreichende Betreuung des Amateursports gewährleisten.

Neues bei Olympia

1992 sorgten modifizierte Zugangsregeln bei den Olympischen Spielen allerdings dafür, dass diese strikte Trennung nicht länger aufrecht gehalten werden konnte und zugunsten einer Einheitslizenz abgeschafft wurde. Klar ist aber auch, dass im Radsport hohe finanzielle Summen hauptsächlich mit den großen Turnieren wie der Tour de France erwirtschaftet werden. Dieses weltweit bekannte Etappenrennen wird vom Unternehmen „Amaury Sport Organisation“ ausgerichtet. Welche Rolle wirtschaftliche Aspekte mittlerweile beim UCI spielen, ließ sich zum Beispiel auch an der Ausrichtung der Straßen-Weltmeisterschaften 2016 in Katar erkennen.

Der Umgang mit Doping und die Folgen

In der Vergangenheit musste sich der internationale Radsportverband häufig Vorwürfe gefallen lassen, nicht entschieden genug gegen die rapide Ausbreitung von Doping im professionellen Radsport vorgegangen zu sein. Korruption und Machtmissbrauch waren weitere Vorwürfe, die gegenüber den Hauptverantwortlichen in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder geäußert wurden.

Der Image-Schaden, der daraus folgte war beachtlich: иm Jahr 2008 wurde die Tour de France nicht unter der Aufsicht des Union Cycliste Internationale durchgeführt, sondern direkt unter der Aufsicht des nationalen französischen Radsportverbands. Im gleichen Jahr entschieden sich in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender dazu, die Tour nicht mehr live im Fernsehen zu übertragen.

Der Einsatz einer unabhängigen Kommission

Um dieser negativen Außenwirkung entgegenzutreten und interne Missstände zu beheben, wurde unter anderem die Unabhängige Radsport Reform-Kommission ins Leben gerufen. Sie sollte aufklären, wie systematisch im Profi-Radsport gedopt wird und welche Hauptverantwortlichen in den Verbänden dafür zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Die Kommission veröffentlichte im Jahr 2015 einen umfangreichen Bericht und gab zahlreiche Empfehlungen zur Bekämpfung von Doping ab.

Imagepflege

Mittlerweile hat sich das Image des Radsports wieder deutlich gebessert und die Doping-Kontrollen sind effizienter und aussagekräftiger geworden. In einem Hochleistungssport wie dem Radrennfahren, der Athleten bis an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus bringt, ist ein vollständiges Ende des Dopings aber noch nicht abzusehen.

Bei über 1.500 professionellen Athleten, die über den internationalen Radsportverband organisiert sind, sind Verallgemeinerungen ohnehin schwierig. Der Radsport erfreut sich auf Hobby- und Profi-Ebene nach wie vor großer Beliebtheit und sorgt für regen Zulauf auch bei den internationalen Verbänden.

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