Das Leben des Radrennfahrers Täve Schur

Aufgewachsen ist Gustav-Adolf Schur in der Nähe der Stadt Magdeburg, genauer gesagt im kleinen Ort Biederitz. Sein Spitzname Täve, unter dem er bekannt geworden ist, leitet sich von seinem Vornamen Gustav ab. In Magdeburg ließ sich Schur ursprünglich zum Maschinenmechaniker ausbilden.

Die Anfänge

Im Alter von 19 Jahren begann Schur mit seiner Radsportkarriere bei BSG Grün-Rot Magdeburg. Als Tourenfahrer bestritt er sein erstes Rennen allerdings schon im Jahre 1950. Begonnen hat Schur mit der Allgemeinen Klasse und im Laufe eines Jahres wurde er bereits für die 2. Leistungsklasse qualifiziert und stieg darüber schnell in die höchste Klasse im Radsport der ehemaligen DDR auf.

Im September des Jahres 1951 siegte Schur bei dem Eintagesrennen um Berlin. Im nachfolgenden Jahr war er Teil der Auswahl der DDR für die internationale Friedensfahrt. Hier belegte er in der Gesamtwertung den zehnten Platz, nachdem er auf zwölf Etappen insgesamt drei Plätze auf dem Podium für sich verbuchen konnte. Er trug dabei maßgeblich dazu bei, dass die Mannschaft der DDR mit ihrem Kapitän Dinter das blaue Trikot, mit dem die beste Mannschaft des Rennens geehrt wurde, für sich beanspruchen durfte.

Ebenfalls siegte Schur national bei der Meisterschaft im Querfeldein der DDR sowie der DDR Rundfahrt. Als das Jahr 1953 zu Ende ging, wurde Schur in einer Volksbefragung zum Sportler des Jahres der DDR auserkoren.

Sportler des Jahres und DDR-Meister

Im Jahr 1954 wurde Schur zum ersten Mal Meister bei einem Straßenrennen. Außerdem konnte er seinen Sieg bei der DDR Rundfahrt wiederholen und wurde bei der Weltmeisterschaft in Solingen in der Klasse der Amateure sechster – damit war er unter den Deutschen der bestplatzierte Fahrer. Auch 1954 wurde Schur erneut zum Sportler des Jahres der DDR gewählt.

Schur etablierte sich in der folgenden Zeit im Radsport der DDR. Bis zum Jahr 1961 konnte er insgesamt fünf Mal den Meistertitel bei Straßen-Einzelrennen gewinnen und verbuchte zwei weitere Gesamtsiege bei der DDR Rundfahrt.

Den Durchbruch auf internationaler Ebene konnte Schur im Jahr 1955 im Rahmen der Friedensfahrt feiern. Dort erreichte er in der Gesamteinzelwertung seinen ersten Sieg. Vier Jahre später konnte er zum ersten Mal in der Geschichte des Rennens zum wiederholten Male das gelbe Trikot. Insgesamt startete Schur bei der Friedensfahrt zwölf Mal. Seine Erfolge hier sind neun Etappensiege und zweimal der Gesamtsieg.

1958 Weltmeister

Im Jahr 1958 wurde Schur endlich Weltmeister. Damit war er der erste Teilnehmer der DDR und erst der zweite Deutsche überhaupt, der sich mit dem Regenbogentrikot schmücken konnte. Im folgenden Jahr konnte er hier seinen Titel sogar verteidigen, was vorher noch keinem Fahrer gelungen war.

Zur Legende wurde Täve Schur dann letztendlich im August des Jahres 1960. Er traf hier aus Gründen der Taktik die Entscheidung, seine Chancen auf den Sieg für den Erfolg seines Teams ziehen zu lassen. Dies wurde in den Medien der DDR stark ausgeschlachtet und so wurde Schur zum gesamten achten Mal zum DDR Sportler des Jahres gewählt.

Olympische Spiele

An den olympischen Sommerspielen nahm Schur im Rahmen des gesamtdeutschen Teams im Jahr 1956 und im Jahr 1960 teil. In Melbourne im Jahr 1956 wurde er fünfter im Einzelrennen und trug damit dazu bei, dass sich die Mannschaft über die Bronzemedaille freuen durfte. In Rom 1960 war Schur Teil der Gewinner der Silbermedaille im Mannschaftszeitfahren.

Schur nahm auch 1960 wieder an der Friedensfahrt teil und wurde hier zum letzten Mal Etappensieger, in der Endwertung konnte er nur auf den 16. Platz kommen. 1961 erzielte er den achten Platz. Allerdings konnte er in diesem Jahr bei seiner Teilnahme an der DDR Rundfahrt erneut einen Rekord aufstellen, in dem er ganze fünf Etappen siegreich beendet. Danach gewann er zum sechsten Mal die Straßenmeisterschaft der DDR.

Schur beendete im Jahr 1963 sein Studium in DHfK in Leipzig und erwarb sein Trainerdiplom. Nach einer Pause von einem Jahr bestritt er die Friedensfahrt als Mannschaftskapitän. In der Gesamtauswertung konnte er hierbei den zehnten Platz belegen. Im Sommer des Jahres 1963 siegte er bei dem Rundstreckenrennen in Torgau zum letzten Mal.

Danach folgten noch einige Teilnahmen an Rennen, sowie an der Olympiaqualifikation in Tokyo. Danach, mit 33 Jahren, zog sich Schur aus dem aktiven Radrennen zurück und konzentrierte sich auf das Traineramt. Dies übte er bis ins Jahr 1973 aus. Danach betätigte er sich bei dem DTSB Bezirksvorstand in Magdeburg als stellvertretender Vorsitzender.

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