Der Alte Postweg im Landkreis Cuxhaven

Der heutzutage touristisch ausgebaute und überwiegend verkehrsarme Radweg erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung durch Cuxhaven. 80 Kilometer lang ist die Strecke von Cuxhaven über Bremerhaven und Hagen. Entlang kulturhistorischer Orte und Sehenswürdigkeiten, idyllischen Feld- und Wiesenabschnitten, Wäldern, Moore und Heidefelder.

Geschichte

Der Alte Postweg war bereits in der Steinzeit, aufgrund der zahlreichen angrenzenden Grabanlagen, von großer Bedeutung. Bei erhöhtem Meeresspiegel wurden die entstandenen Rinnen schiffbar, sodass der Alte Postweg gekreuzt wurde und für den Warentransport und das Handelsnetz von Nutzen war.

Unter der Herrschaft Karl des Großen und Kaiser Otto III. im 9. und 10. Jahrhundert wurde dieser Weg als militärischer Heerweg gegen Normannen und Wikinger errichtet.

Für die Namensgebung war die Nutzung im 18. Jahrhundert entscheidend. Aufgrund der Personalunion zwischen dem englischen Königshaus und dem Kurfürstentum Hannover unter Kurfürst Georg Ludwig von Hannover, regierte dieser von London aus.

Dies hatte zur Folge, dass der Transport der Dienstpost und ein stetiger Austausch zwischen Hannover und London notwendig waren. Hierzu wurde der Alte Postweg nach Cuxhaven von Reitern und Postkutschen genutzt, um von dort aus mit dem Schiff nach England überzusetzen.

Im Rahmen eines Rekonstruktionsprojektes wurde der Alte Postweg nach dem historischen Vorbild rekonstruiert und die passierten Landschaftstypen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten beschildert.

Verlauf der Strecke

Der Alte Postweg im Landkreis Cuxhaven ist ein von der Geschichte geprägter Weg. Diese lässt sich mithilfe der Informationstafeln rekonstruieren und Sie bekommen beim Begehen und Fahren einen Überblick über den kulturhistorischen Hintergrund.

Zudem ist der Weg von der landschaftlichen Idylle und dem Wechsel der verschiedenen geomorphologischen Landformen geprägt.

Die von Cuxhaven über Bremerhaven verlaufende Strecke lässt sich in mehrere Abschnitte gliedern. Wenn der Alte Postweg als eine Wochenendaktivität geplant wird, empfiehlt sich eine Tour in drei Etappen.

Entlang des Weges sind einige Schutzhütten verteilt, sodass auch eine mehrtägige Tour gefahren werden kann.

Bei der Drei-Etappen-Tour bis zum Bahnhof Oldenbüttel wird eine Distanz von ungefähr 103 km bewältigt. Dabei werden 340 Höhenmeter aufwärts und 310 m abwärts überwunden. Insgesamt ist die Strecke relativ flach und vom Schwierigkeitsgrad leicht bis mittelschwer einzustufen.

Auf der Strecke befinden sich zahlreiche Stationen und sehenswerte Attraktionen, die durch Informationstafeln ausgeschildert sind und zu einem Zwischenstopp zum Verweilen einladen.

Etappe 1: Von Cuxhaven bis Bremerhaven

  • 49,2 km
  • 03:34 Stunden
  • durchschnittlich 13,8 km/h
  • Höhenmeter: aufwärts: 150 m, abwärts: 150 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Begonnen wird die Route am Schlossgarten von Cuxhaven, dem Schloss Ritzebüttel. Die zunächst flache Strecke ist in einigen Abschnitten noch nicht geteert und führt über das eestrandmoor (1), der ersten Station. Einem Wechsel zwischen der Geest, dem vor eiszeitlichen Sandrücken und dem Marsch, einem nacheiszeitlichem Schwemmland.

Nach einigen Kilometern kommt der Truppenübungsplatz Altenwalde (2), ein ehemaliger Marineschießplatz, welcher nach der Unterschutzstellung der Heide- und Sumpfgebiete wieder von der Natur eingenommen wurde.

Weiterhin wird das Landschaftsbild vom Papenberghang (3) und den Fischteichen vor der Scharnstedter Geest (4) geprägt.

Weitere Sehenswürdigkeiten der ersten Etappe sind:

  • Landschaftsgeschichte der Marsch mit künstlich aufgeschütteten Hügeln
  • Midlumer Heiddeich
  • Siedlungsgeschichte der Geest
  • Kransburger Heide
  • Holßeler Bach-Niederung
  • Schiffshöhe
  • Von der Pipinsburg ins Dorumer Moor
  • Bullmersberg, eine frühere Verteidigungenlage
  • Langer Berg, ein dammartiger Grabhügel.

Am Ende der ersten Tagesetappe kehrt man in Bremerhaven an der Wesermündung ein und kann in einem Hafencafé den ersten Tag ausklingen lassen.

Etappe 2: Von Bremerhaven bis Heine

  • 37,3 km
  • 02:26 Stunden
  • durchschnittlich: 15,3 km/h
  • Höhenmeter: aufwärts: 120 m, abwärts: 110 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Auch von Bremerhaven aus gestartet, ist die Strecke meist flach und man überquert die Lune. Dabei sind Teichfledermausgewässer (14) und die Ziegeleien an der Lune (15) zu sehen.

Nach passieren des Ortes Stotel über die Stoteler Straße (16) gelangt man an die Hahneknooper Moore (17), dem Naturraum Geest (18), Wallhecken (19) und zu guter Letzt an den Fluss Drepte (20). Eine bilderbuchreife Route durch eine von Vielfalt geprägte Idylle.

Das hinter Heine gelegene Tagesziel ist in unmittelbarer Nähe zum Melkhus, wo Sie hausgemachtes Eis verkosten können.

Etappe 3: Von Heine bis Oldenbüttel

  • 16,3 km
  • 01:02 Stunden
  • durchschnittlich: 15,8 km/h
  • Höhenmeter: aufwärts: 70 m, abwärts: 50 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Vorabinformationen und Vorbereitung

Wenn Sie Interesse an einer Tour haben und auf der Suche nach einer Verbraucherschutzorganisation sind, empfiehlt sich eine Mitgliedschaft im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Dieser verkehrspolitische Verein fördert den Fahrradverkehr und unterstützt und bietet entsprechende Vorteile für Einzelpersonen.

Vorteile einer ADFC-Mitgliedschaft:

  • Pannenhilfe
  • Haftpflicht-Rechtsschutzversicherung für Menschen des öffentlichen Personenverkehrs (dies gilt für Radfahrer und Fußgänger)
  • günstige Konditionen bei einem Abschluss einer Fahrrad-Diebstahlversicherung
  • Basis-Information zu europaweiten Radtouren
  • kostenloses ADFC-Magazin
  • ermäßigte Teilnahme an Radtouren und Seminaren
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