Bodensee-Königssee-Radweg

Mit dem Fahrrad durch Deutschlands beliebtesten Ferienregionen wird für viele Aktivurlauber zu einer Reisealternative abseits ausgetretener Touristenpfade. Der traumhafte Bodensee-Königssee-Radweg führt über 418 Kilometer durch das deutsche Voralpenland.

Sinnvoll ist es, die Strecke für sich in Etappen einzuteilen, um an den schönsten Sehenswürdigkeiten so lange Rast machen zu können, wie es einem selbst gefällt.

Das Höhenprofil steigt unterwegs von 400 Metern Höhe am Bodensee zwischendurch auf maximal 1000 Meter Höhe. Das besagt bereits bei der Planung, dass keine schwierigen und Kräfte zehrende Anstiege zu bewältigen sind.

In flotter Fahrt nimmt der Fernradweg seinen Verlauf zumeist über asphaltierte Wirtschaftswege. Einzelne kurze Abschnitte sind jedoch noch nicht fertiggestellt, sodass dann die Strecke neben Bundesstraßen verläuft und mit viel Autoverkehr und Lärm gerechnet werden muss.

Der ADFC als Verkehrsclub für Radfahrer steht bei der Planung mit Rat und Tat zur Seite und erstellt je nach der gewählten Etappe entsprechende Höhenprofile. Mitglieder im ADFC können sich deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe verlassen, was gerade bei größeren Fahrradtouren von Vorteil sein kann.

Start ist am Bodensee auf der Halbinsel Lindau

Weltberühmt sind die Hafeneinfahrt von Lindau und die historische Altstadt. Zart schimmern nach Süden hin die Gipfel der Alpen.

Die erste Etappe führt entlang des kleinen Flüsschens Leiblach und steigt langsam an zu dem hügeligen Allgäu. Eine abwechslungsreiche Landschaft mit kleinen Dörfern, bunten Blumenwiesen und saftig grünen Weiden begleitet den Radweg bis nach Immenstadt.

In der kleinen Residenzstadt angekommen, befindet man sich bereits im Herzen des Allgäu. Naturfreunde zieht es in den angrenzenden Naturpark „Nagelfluhkette“, um das ursprüngliche Allgäu in seiner gesamten Vielfalt zu erleben. Die ersten 70 Kilometer sind geschafft, bevor es dann am nächsten Tag weiter bis Schwangau geht.

Das bergiger werdende Auf und Ab ist nun doch ein etwas anderer Schwierigkeitsgrad als das sanfte Hügelland der ersten Etappe.

Es geht in die Höhenlage

Auf imposanten 1000 Meter Höhe liegt das Urlauberparadies Oy-Mittelberg. Sehenswert ist die Wallfahrtskirche Maria Rain, deren Inneres mit einem gotischen Hochaltar und einer Kanzel aus der Zeit des Frühbarocks geschmückt ist.

Weiter geht es zwischen Wiesen und Feldern zum Hopfensee und einem großartigen Alpenpanorama.

Das Dorf der Königsschlösser liegt im äußersten Süden von Bayern und ist weltweit wegen seiner Prachtbauten Schloss Hohenschwangau und Schloss Neuschwanstein berühmt. Inmitten einer fantastischen Bergkulisse wird deutsche Geschichte lebendig.

König Ludwig II hat hier eindrucksvoll seine Spuren hinterlassen. Das Märchenschloss Neuschwanstein über der Pöllatschlucht zählt wohl zu den wunderbarsten Bauten, die in Deutschland zu finden sind.

Nach ausgiebiger Schlossbesichtigung bleibt noch etwas Zeit, bei einem Spaziergang am Forggensee noch einmal richtig durchzuatmen ehe es weiter Richtung Trauchgau und Bayerns größtem Naturschutzgebiet geht.

Durch unberührte Natur, entlang von Seen und Flüssen wird Bad Kohlgrub erreicht. Deutschlands höchstgelegenes Moorbad liegt am Fuß des Hörnle in den Ammergauer Alpen.

Eisenhaltige Quellen und Moorbäder versprechen Entspannung und Erholung.
Wer mag, sollte einen Abstecher nach Oberammergau unternehmen.

Der besondere Charme des Festspieldorfes liegt in den mit barocker Lüftlmalerei verzierten Fassaden. Vor allem Heiligenfiguren wurden als Motive verwendet, die auch bei den weltberühmten Oberammergauer Passionsspielen eine große Rolle spielen.

Architektonische Juwelen entlang der Strecken

Auf dem Weg zum Etappenziel Bad Tölz kommen die Radler am Kloster Benediktbeuren vorbei. Die über 1.250-jährige Geschichte des ehemaligen Benediktinerklosters Benediktbeuren, am Rande des Loisach-Kochelsee-Moores verbindet anschaulich Tradition und Moderne und geistliches Leben sowie Kultur und Natur.

Ein wahres Juwel am Rande des Fernradweges ist die Wieskirche. Faszinierend ist der Rokoko-Innenraum mit einzigartigem Stuck und Heiligenfiguren, der zu einem Kunstwerk von Weltruhm verschmolzen ist, das die UNESCO 1983 zum Weltkulturerbe erklärt hat.

In Bad Tölz angekommen empfangen den Radler eine Mischung aus großstädtischen Flair und die Geborgenheit zwischen Wiesen und Wäldern und der quirligen Isar. In über 800 Jahren Stadtgeschichte hat sich Bad Tölz von einer Mühlensiedlung zu einem erfolgreichen Tagungsstandort mit Wellness- und Gesundheitseinrichtungen entwickelt.

Auf der Weiterfahrt Richtung Osten heißt es nun, kräftig in die Pedale zu treten. Steil hoch führt der Weg, um den Bergwerksort Marienstein zu erreichen, in dem das Kohlebergbau-Denkmal in die Höhe ragt. Das Denkmal erinnert an das Bergwerk, in dem 1962 die letzte Schicht gefahren wurde. Von jetzt an geht es zügig bergab, begleitet von den schönsten Ausblicken hinunter zum Tegernsee.

Einmalige Landschaften

Der Tegernsee bietet sich als wunderbare Station zum Ausruhen an. Der herrlich klare See liegt in einem 25 Kilometer langen Tal der bayerischen Alpen. Faszinierend ist die Mischung aus Wasser und Bergwelt.

Einige Kilometer weiter wird der Schliersee erreicht. Der eindrucksvolle Ausblick fällt auf die zahlreichen Bergspitzen des Mangfallgebirges.

Durch das Inntal mit Blick auf die Berge des Wendelsteingebirges geht es zum heutigen Tagesziel nach Rohrdorf. Das Rohrdorfer Bauernhausmuseum erlaubt Einblicke in ein längst vergangenes Leben im Voralpenraum.

Ohne große Höhenunterschiede rollt das Fahrrad nun fast von selbst über eine Hochebene bis es wieder weiter hinunter geht nach Aschau und in den Chiemgau.

Eine der lieblichsten Landschaften Deutschlands offenbart ihren Charme mit unverfälschter Natur und historischen Ortschaften. Ein Highlight dabei ist das prunkvollste aller Schlösser, die König Ludwig II.

Bauen ließ, Schloss Herrenchiemsee. Das klassizistische Barock-Schloss orientiert sich nach Vorlagen von Schloss Versailles. Das 750 Jahre alte Traunstein ist die letzte Station vor dem Ende des Fernradweges.

Am Ende locken die Berge

Bei der letzten Etappe gibt es zum Schluss noch ein paar Schwierigkeitsgrade zu überwinden. Der Endspurt beinhaltet Aufstiege auf 1.225 Höhen-Meter und dann wieder beim Abstieg zum Königssee zurück auf 1.147 Meter. Dabei wird die Bergwelt spektakulär.

Von Bergen umgeben liegt die Salzstadt Bad Reichenhall in einem Talkessel des Berchtesgadener Landes.

Schroffe, schneebedeckte Gipfel ragen in den veilchenblauen Himmel und spiegeln sich im Wasser des Königsees. Der mächtigen Watzmann präsentiert sich geradezu kitschig-schön mit der umliegenden Berglandschaft. Dieses Ziel allein lohnt schon alle Mühen des langen Weges.

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