Der VW T1 Bulli – Transporter der Wirtschaftswunderzeit

Bis heute wird der VW Bus produziert und auch die Bezeichnung als T-Modell wurde beibehalten. Der Bulli kam 1950 auf den Markt und steht mit all seinen Typen bis heute symbolisch für das deutsche Wirtschaftswunder. Er war auch die Basis für den Bau der ersten Wohnmobile. Modelle des T1 in ihrer ursprünglichen Form wurden bis 1967 gefertigt, insgesamt wurden 1,8 Millionen hergestellt.

Geschichte des Bulli

Da das VW-Werk nach 1945 unter Kontrolle der Briten stand, wurden zur Fertigung Transporter der britischen Armee benutzt, die Volkswagen allerdings nur zur Verfügung standen, wenn die Armee sie nicht brauchte.

So entstanden Transportengpässe und ein VW-interner Plattenwagen wurde entwickelt. Ein Geschäftsmann aus Belgien sah bei einer Werksbesichtigung diesen Plattenwagen und wollte ihn dem belgischen Markt zur kommerziellen Nutzung zuführen.

Dieses Vorhaben scheiterte, da der Fahrer auf dem Plattenwagen hinter dem Transportgut saß und die niederländischen Behörden dies nicht genehmigten.

So wurde der Plattenwagen zu einem geschlossenen Transporter weiter entwickelt, auf dem der Fahrer vor der Ware saß mit einer Zuladungskapazität von bis zu 750kg. Wegen seiner Form wurde der Transporter „Kastenwagen“ genannt.

VW T1

Ab 1948 wurde der Kastenwagen weiter entwickelt, bis schließlich am 11. März 1949 der erste Prototyp des T1 fertig war. Obwohl der Test der ersten Modelle zeigte, dass das Chassis noch nicht ausreichte, wurde der Beginn der Produktion des T1 zum Ende des Jahres 1949 festgelegt.

Bis zu diesem Zeitpunkt war in Wolfsburg nur das Chassis des VW Käfers bekannt, das als Lastenträger ein zentrales Rohr hatte. Für die Konstruktion des VW-Busses musste das Chassis nun auf zwei Trägern ruhen. Für den Antrieb des T1 musste auch der Motor weiter entwickelt werden, wofür man die Porsche KG ins Boot holte.

Die Höchstgeschwindigkeit des ersten VW-Busses war zunächst auf 80 km/h begrenzt. Nachdem der Kastenwagen für den Transport von Gütern entwickelt war, gab es auch einen Kastenwagen für den Transport von Personen.

Pünktlich zum 12. November 1949 wurde der erste VW-Bus der Öffentlichkeit vorgestellt. Im März 1950 wurde mit der Produktion in Serie und auch gleich mit dem Export nach Europa, Südamerika und in die USA begonnen. Der erste VW-Bus kostete damals 5.850 Mark, was 150 Mark mehr waren als der Preis der Käfers.

In den folgenden Jahren, wurde der VW-Bus konstant weiter entwickelt. 1953 wurde das Getriebe verbessert, 1954 der Motor von ursprünglich 25PS auf 30PS gesteigert, ein hinterer Stoßfänger wurde hinzugefügt, 1955 gab es ein Gebläse für die innere Frontscheibe und eine Duplexbremse für die Vorderachse.

Ab 1956 wurden die Modelle nicht mehr in Wolfsburg, sondern in Hannover gebaut. 1960 kam eine gesetzliche Vorschrift des Einbaus von Blinkern, die VW über die Frontscheinwerfern setzte. 1960 wurde auch die Motorleistung nochmals auf 34PS erhöht.

1962 kam die so genannte „Frischluftheizung“ hinzu, die aus dem Motorkühler kam statt wie zuvor aus den Zylindern. Ab 1963 gab es den Motor mit 42PS. Seine Leistung wurde bis 1965 noch auf 44PS erhöht. Die letzten Typen von 1967 gab es wahlweise mit Schiebetüre und einer erhöhten Nutzlast von einer Tonne.

Modelle

Modelle des Bulli waren als Kastenwagen, als Kombi und als Kleinbus erhältlich. In Abwandlungen gab es Typen als Hochdach-Transporter, mobilen Verkaufsstand, Kranken-, Feuerwehr-, Polizei- und Leichenwagen, des weiteren Modelle für Jäger, zum Campen und einen Pritschenwagen.

Den VW-Kastenwagen gab es mit einem flachen Dach und in der Hochdachversion. Der Kombi hatte drei Fenster und zwischen sieben und neun Plätze für die Mitfahrer. Zum Zweck des Lastentransports ließen sich bei diesen Typen die Sitze ausbauen.

Der Pritschenwagen hatte drei Sitze im Fahrerhaus und hinten eine durchgehende offene Ladefläche. Seitenwände und Heckklappe der Ladefläche konnten bei diesen Modellen heruntergeklappt werden. Ein kleiner Laderaum unter der Ladefläche war eingebaut. Der Pritschenwagen war ein Verkaufserfolg.

Das Modell „Samba“

Das Sondermodell „Samba“ wurde 1951 auf der IAA in Frankfurt am Main vorgestellt und war zur Personenbeförderung gedacht. Es gab ihn zunächst in dreifarbiger Lackierung, später in zweifarbiger und nur ganz selten einfarbig. Der Samba hatte zwischen 8 und 12 Sitze und war bis 1967 im Angebot.

Ab 1961 baute VW den T1 in Kooperation mit dem Fahrzeughersteller Westfalia zum ersten Mal in der Geschichte als Campingbus um. Die Rückbänke des VW-Campingbusses konnten umgeklappt und so zu zwei Betten umfunktioniert werden.

Im Fahrerhaus waren zwei Kinderbetten. Des Weiteren gab es einen Wassertank und Schränke, gegen Aufpreis einen Herd, eine Kühlbox und eine Chemietoilette. Damit man im VW-Westfalia aufrecht stehen konnte, wurden ein Aufstell- und ein Klappdach angeboten.

In Brasilien wurde der Bulli als Sonderform ab 1953 aus importierten Teilen ohne Heizung hergestellt. Ab 1957 gab es den Kombi und den Bus aus in Brasilien gefertigten Teilen.

Der Bulli heute

Der Bulli ist heute einer der beliebtesten Oldtimer der Geschichte und im Vergleich nur teuer zu bekommen. Dies liegt zum einen daran, dass er optisch von vielen Menschen als ästhetisch empfunden wird, zum anderen an seinem Image als Symbol des deutschen Wirtschaftswunders und der Hippiebewegung: Er vereint wirtschaftlichen Erfolg mit kultureller Vielfalt.

Verwendete Fotos:
1. VW Bulli. Quelle: Bild von Pexels auf Pixabay
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