Vanlife – eine neuer Lifestyle, der mehr Lust auf Reisen macht

Vanlife bedeutet meist, dort aufzuwachen, wo andere anfangen zu arbeiten. Vanlife ist das Leben, Arbeit und Reisen in einem Camper.

Die Wahrscheinlichkeit, jeden Morgen am Strand aufzuwachen ist gering, sofern man ständig auf Reisen ist. Es ist nicht so, wie es auf den ersten Blick erscheint, aber es ist ein Lifestyle im eigenen Rhythmus.

Doch ein eigener Rhythmus fordert auch mehr Selbstdisziplin. Ein Lifestyle der Stress abbaut, Probleme beseitigt, Kosten einspart und auf der anderen Seite Stress erzeugt, neue Probleme erzeugt und Kosten verursacht.

Ganz sicher ist aber der Weg das Ziel. Man wird Dinge entdecken, über die man zuvor nie nachgedacht hat und Abenteuer erleben, die man sich nicht vorstellen konnte.

Reisen ist es nur die ersten Tage

Nach den ersten Tagen wird das Reisen wahrscheinlich erst mal nebensächlich. Bis zum ersten Ziel ist es Reisen, doch dann fängt das Leben im Van an. Man muss sich bei vielem Umgewöhnen, die Dinge anders angehen.

Dinge über die man im Alltag nicht weiter nachdenkt, werden im Van plötzlich zur täglichen Herausforderung. Bis man sich an den neuen Lebensstil wirklich adaptiert.

Es sind Dinge wie Essen, Schlafen, Toilette, Hygiene aber auch Internet und Einkommen. Je nachdem wie der Van ausgebaut wurde, sind diese fünf Punkte unterschiedlich leicht oder schwierig zu meistern.

Essen mit Genuss oder Fast Food auf dem Weg

Wenn man im Van die Mahlzeiten zubereitet, wird man mehr Zeit dafür aufwenden, als bei einem nicht nomadischen Lebensstil. Denn die Zubereitung auf engsten Raum macht es nicht einfacher. Auch wenn man die Mahlzeiten außerhalb des Fahrzeugs zubereitet, wird es nicht einfacher, denn dann ist man auf der Suche nach dem geeigneten Standort.

Braucht man frische Waren, muss man öfter einkaufen, je nach Kühlschrank, oder gar kein Kühlschrank sogar täglich. Es empfiehlt sich sehr, eine kleine Küche und einen Kühlschrank oder Box zu haben.

Schlafen zur Erholung oder durch Erschöpfung

Wenn man nicht auf Campingplätzen leben möchte, ist es am Anfang relativ schwer geeignete Schlafplätze zu finden. Zudem neigt man dazu, Schlafplätze zu spät zu suchen. Das führt dazu, dass man lange durch die Gegend fährt, um einen guten Schlafplatz zu finden, und am Ende irgendeinen Platz akzeptiert.

Je nach Ausbau kann man sich gleich schlafen hinlegen oder man muss den Van erst mal dafür umbauen. Hier empfiehlt sich ganz klar ein festes Bett, in das man sich einfach hineinlegen kann. Empfehlenswert ist eine gute Schaumstoffmatratze.

Wenn man sich dazu entscheidet, ohne Toilette auf den Weg zu machen, da sich auf dem Weg ja schon eine öffentliche Toilette findet, darf nicht wählerisch sein. Ansonsten fährt man stundenlang mit Unbehagen.

Eine Chemietoilette nimmt Platz weg und ist auch nicht jedermanns Sache. Komposttoiletten könnten eine Alternative sein. Für den Anfang bietet sich einen Toiletteneimer mit Tüten und absorbierendem Granulat oder Ähnlichem an.

Dabei stülpt man eine spezielle Tüte über den Eimer, dann steckt man den Toilettensitz auf und befüllt den Eimer mit etwas absorbierendem um ein Zurück Spritzen zu verhindern. Diese Lösung lässt alle andern Lösungswege offen und es gibt ein Plan B, wenn man keine passende Toilette auf dem Weg findet.

Duschen, Zähneputzen und Wäsche waschen

Nicht immer findet sich eine Dusche auf dem Weg, und wenn man fern ab von Campingplätzen steht, bleiben nur die eigene Dusche oder Raststätten und Trucker-Duschen. Oder man geht ins Schwimmbad, doch erstens gibt es nicht überall Schwimmbäder und zweitens ergibt es wirtschaftlich gesehen keinen Sinn.

Man sollte über eine Dusche im Van oder Außendusche nachdenken. Für den Anfang lässt es sich mit einem 20 Liter Kanister oder mehr und einer Reisedusche mit Motor für LKW-Fahrer beginnen. Zur Not tut es aber auch Trinkwasser aus der Einwegflasche. Wäsche zu waschen bleibt eine Herausforderung.

Internet und Einkommen

Am häufigsten wird Internet mit dem Einkommen zusammen hängen. Auf der Jagd nach Hotspots oder offenen WLAN-Zugängen wird es stressiger, als man es sich vorstellen kann. Je nachdem wo man unterwegs ist, ergibt ein LTE-Router Sinn, oder man benutzt das Handy, um Tethering zu betreiben.

Dann bleibt nur noch die richtige Wahl der SIM-Karte mit genug Volumen. Wenn man sich in der EU aufhält, ist es mit einer nationalen SIM mit Roaming erst mal ein Anfang. Mit der Zeit bietet es sich an, SIM-Karten vor Ort zu besorgen.

Falls man nicht in der EU unterwegs ist, sollte man sich bei Weltkarten umsehen. Ein Platz im Van, der die richtige Atmosphäre zum Arbeiten bereithält ist sinnvoll.

Reisen ist es dann für den Rest des Lebens

Sobald man all diese Herausforderungen gemeistert hat, wird man nicht mehr in ein „normales“ 8 Stunden-Arbeitsleben zurückkehren. Mit der Zeit könnte man sich unter Umständen auch den Lebensunterhalt als Blogger bestreiten. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen.

Modelle, Ausbauten, Finanzierung

Wichtiger als das geeignete Modell zu finden ist es sich über Charakteristiken des Fahrzeugs nachzudenken. Soll es möglichst viel Platz bieten oder möglichst unauffällig sein? Braucht es Fenster? Sollte Fahrerkabine mit Wohnraum verbunden sein?

Doch der wirkliche Unterschied macht am Ende der persönliche Ausbau. Wenn man nicht genug Ersparnisse vor dem Lebenswandel hat, empfiehlt sich keine Finanzierung. Man muss erst sehen, wie man es mit dem Einkommen unterwegs auf die Reihe bekommt.

Natürlich ist das individuell verschieden, sodass eine generelle Aussage nicht für jeden passt. Der provisorische Ausbau wird am Anfangen die besten Optionen für den eigentlichen Ausbau ergeben und zudem die Anfangskosten gering halten.

Verwendete Fotos:
1. Vanlife. Quelle: Foto von Thirdman von Pexels
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