Fahrzeugeigentümer

Vor allem für junge und/oder unerfahrene Fahrer und Fahrerinnen gibt es zahlreiche Fragen rund um das Kfz: Was ist eigentlich eine Deckungssumme? Wie hoch sollte die Selbstbeteiligung ausfallen? Was hat es mit den Schadenfreiheitsklassen auf sich? Und nicht zuletzt – wer ist der Fahrzeuginhaber?

Wer ist Fahrzeugeigentümer?

Wer ist Besitzer eines Autos? Der Fahrzeug-Besitzer ist nicht unbedingt derjenige, der mit dem Kfz am Straßenverkehr teilnimmt. Denn das können sowohl Fahrzeugeigentümer, der Fahrzeughalter oder ein berechtigter Fahrer sein. Fahrzeugeigentümer hingegen ist, wer einen Eigentumsnachweis für das Kfz hat.

Wichtig: Der Eigentumsnachweis für das Auto ist nicht der Fahrzeugbrief. Es ist der Kaufvertrag, den du für deine Fahrgestellnummer (Fahrzeugidentifikationsnummer) nach dem Kauf erhältst.

Bin ich Fahrzeugeigentümer, weil ich den Kfz-Brief habe?

Du hast dein Fahrzeug mit einer Kaskoversicherung geschützt und den Fahrzeugbrief sicher verwahrt. Das wirft die Frage auf: Bist du der Fahrzeugeigentümer, weil du diesen Brief hast? Tatsächlich kann man davon ausgehen. Schließlich ist es ein gültiger Nachweis der Eigentumsübertragung. Trotzdem ist die Antwort darauf: Nein.

Im Kfz-Brief ist ein Name eingetragen. Wird dieser Brief gestohlen, ist der Dieb natürlich immer noch nicht der Eigentümer. Wichtiger ist jedoch, dass derjenige, der das Fahrzeug gekauft hat, der Fahrzeugeigentümer ist – unabhängig vom Namen im Kfz-Brief.

Fahrzeugeigentümer

Fahrzeugeigentümer versus Fahrzeughalter?

Der Fahrzeughalter und der Fahrzeugeigentümer können zwei Personen oder aber identisch sein.

  1. Leasing

Beim Leasing liegt eine abweichende Halterschaft vor. Du bist also der Fahrzeughalter, das Leasingunternehmen der Eigentümer. Die Kfz-Haftpflichtversicherung beziehungsweise eine Kfz-Teilkaskoversicherung oder Kfz-Vollkaskoversicherung fallen deshalb in deinen Zuständigkeitsbereich. Den Nachweis der Versicherungspflicht erbringst du über die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer). Dadurch ist nicht nur dein Unfallgegner geschützt, sondern auch das Leasingfahrzeug. Wichtig: Achte auf eine gute GAP-Deckung.

  1. Innerhalb einer Familie

Familien verfügen oftmals über ein Zweitfahrzeug oder ein Ersatzfahrzeug. Haben sie den Versicherungsschutz erfüllt, können Familienmitglieder am Straßenverkehr teilnehmen. Hier sind die Rollen von Halter, Eigentümer und Versicherungsnehmer oftmals aufgeteilt. Trotzdem kannst du im Schadensfall mit einer guten Versicherung punkten: Schließlich hilft dir die Police etwa bei einem Glasschaden oder einem Wildunfall.

Anders als der Fahrzeugeigentümer muss der Fahrzeughalter das Kfz bei der Zulassungsbehörde anmelden. Die Rechteverteilung notiert die Kfz-Behörde im Fahrzeugschein, da es sich dabei um eine Haftungsfrage handelt. Ein selbstverschuldeter Unfall, dessen Resultat ein wirtschaftlicher Totalschaden ist, wird von der Versicherung also an der richtigen Stelle verrechnet.

Übrigens: Die gegnerische Versicherung kannst du nicht nur als Fahrzeugeigentümer ausfindig machen. Der Zentralruf der Autoversicherer hilft dir auch als Fahrzeughalter weiter. Kommt es grob fahrlässig zum Totalschaden, kannst du dein Kfz später in deiner Partnerwerkstatt reparieren lassen. Ob du die Kosten dafür erstattet bekommst, hängt von deiner Versicherung oder dem Auslandsschadenschutz ab.

 

Der Text hat dir weitergeholfen? Dann haben wir weitere spannende Themen für dich:

– Was erwartet dich bei Fahrerflucht?

– Wie hoch ist eigentlich der Wiederbeschaffungswert?

– Was bezeichnet die Fahrerschutzversicherung?

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Verwendete Fotos:
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