Auto überführen: Darauf musst du achten!

Ein neues Auto hast du gekauft, aber der Standort liegt nicht gerade um die Ecke? Das geht vielen neuen Autobesitzern so. Die Frage, wie das Auto nun nach Hause kommt, ist ganz einfach zu beantworten: mit einer Autoüberführung. Du kannst nahezu jedes Auto überführen, allerdings gilt es in dieser Hinsicht einige Dinge zu beachten.

Kfz überführen: Das ist zu beachten

Ganz gleich, ob du ein Auto privat verkaufen oder einen Neuwagen kaufen möchtest: In vielen Fällen musst du das Auto erst einmal von einem Ort zum anderen zu überführen. Doch nicht nur der Transport spielt dabei eine Rolle. Auch an ein Überführungskennzeichen solltest du denken, wenn du das Auto vom oder ins Ausland überführen möchtest. Gleichzeitig musst du die Ummeldung zu organisieren. Dazu sind wiederum spezielle Dokumente maßgeblich. Wie du siehst, gibt es eine Menge zu beachten, ehe du dich an deinem neuen Auto erfreuen kannst.

Was ist beim Überführungskennzeichen zu bedenken?

Besitzt das Auto einen gültigen TÜV/HU sowie AU Nachweis, kannst du das Überführungskennzeichen einfach beschaffen. Hierzu musst du dich nur bei der hiesigen Zulassungsstelle begeben und ein Überführungskennzeichen oder Kurzzeitkennzeichen einholen.

Hinweis: Eine Überführung ohne Kennzeichnen ist auch möglich. Allerdings dürfen dies nur Unternehmen in Anspruch nehmen. Dieses überführt das Fahrzeug mittels Transporter oder Anhänger. Das Auto nimmt somit nicht wirklich am Straßenverkehr teil.

Um das Überführungskennzeichen beim Amt zu beantragen, benötigst du verschiedene Dokumente. Dazu zählen

  • Fahrzeugbrief nebst Fahrzeugschein
  • Dein Personalausweis
  • eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung)
  • Gültiger TÜV/Hauptuntersuchung (HU)

Die Preise für diese Kennzeichen sind je nach Region und Zulassungsstelle unterschiedlich gehalten. Sie liegen ungefähr bei 15 Euro. Für die Schilder selbst sind nochmals 25 Euro fällig.

Wie du ein abgemeldetes Auto überführst

Auto überführenNicht immer ist ein Auto bei der Zulassungsbehörde angemeldet. Das liegt zum Beispiel oft vor, wenn du ein gebrauchtes Auto online kaufen möchtest. Dann musst du dich als Fahrzeughalter oder Fahrzeugeigentümer um die Überführung des Autos kümmern. Gleiches gilt auch für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Bemühe dich zeitnah um eine gute Versicherung. In diesem Zuge kannst du dich auch über eine Kfz-Teilkaskoversicherung oder Kfz-Vollkaskoversicherung informieren.

Möchtest du nun ein abgemeldetes Kfz überführen, so stehen dir drei Optionen zur Verfügung:

Abgemeldetes Auto überführen mit Anhänger

Hierzu ist ein gültiger Anhängerführerschein nötig. Außerdem brauchst du ein Auto mit Anhängerkupplung sowie den Anhänger selbst. Nur so lassen sich Kfz-Überführungen vollziehen.

Selbstabholung mit Überführungskennzeichen

Wenn du ein Auto innerhalb von Deutschland abholen möchtest, reicht dafür ein Kurzzeitkennzeichen aus. Möchtest du hingegen ein Auto aus dem Ausland überführen, ist ein Überführungskennzeichen unabdingbar.

Spedition beauftragen

Du kannst auch andere mit der Kfz-Überführung beauftragen. Speditionen stehen für diesen Auftrag zur Verfügung. Allerdings ist diese Maßgabe mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Tipp: Es ist übrigens nicht gestattet, sich ein rotes Nummernschild von Verwandten, Bekannten oder Nachbarn auszuleihen. Damit kannst du dein neues Kfz nicht überführen. Das rote Kennzeichen ist nur für Fahrzeughändler zugelassen. Bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Strafen!

Auto ohne TÜV überführen

Auch wenn es durchaus praktischer ist, lassen sich selbst Fahrzeuge ohne TÜV zum Wunschort überführen. Das gelingt mit einem Autoanhänger. Somit kannst du, ein Verwandter oder Bekannter das Auto abholen. Das geht auch dann, wenn das Auto keine gültige Hauptdurchsuchung unterlaufen hat und über keine Siegel verfügt.

Denn: Seit dem 1. April 2015 ist es nicht mehr möglich und erlaubt, Autos ohne TÜV mit einem Kurzzeitkennzeichen zu überführen. Dies ist sogar im § 16a FZV festgelegt.

Demnach ist es nur möglich, ein Fahrzeug ohne TÜV zu überführen, wenn du mit dem Fahrzeug direkt zum nächsten TÜV, DEKRA oder Werkstatt fährst. Dabei sind allerdings keine Umwege erlaubt. Dein Fahrtweg muss dich direkt zur TÜV Hauptuntersuchung führen. Das ist nur dann möglich, wenn das Auto auch verkehrstauglich ist. Fährst du mit einem Fahrzeug, das defekt ist, machst du dich strafbar. In diesem Zusammenhang kommt auch nicht die Versicherung für etwaige Schadensregulierungen auf.

Möchtest du hingegen ein Auto im Inland oder ins Ausland überführen, gelten weitere Richtlinien. Hier sind ebenso einige Hinweise zu beachten:

Auto ohne TÜV überführen

Besitzt das Auto keine gültige TÜV Plakette, ist am besten eine Spedition mit der Angelegenheit zu betrauen. Diese können mit Anhänger und Transporter weiterhelfen. Zudem sind die jeweils gültigen Einfuhrbestimmungen des Landes zu beachten. Diese beziehen sich auf die gültigen Zollgebühren und die fällige Einfuhrsteuer. Das gilt vor allem für Nicht-EU-Länder. Bedenke auch, keine Gegenstände im Auto zu hinterlassen. Einige Speditionen verweigern in diesem Fall die Überführung ins Ausland, da das Diebstahlrisiko zu hoch ist. Gleichwohl ist demzufolge nicht nur das Auto zu verzollen, sondern auch der Inhalt.

Auto mit TÜV überführen

Ein Fahrzeug mit TÜV ins Ausland zu überführen ist wesentlich einfacher. Achte lediglich darauf, dass du für EU-Staaten ein Kurzzeitkennzeichen nutzt. Für Nicht-EU-Länder ist ein Ausfuhrkennzeichen nötig. Beide Kennzeichen sind über die zuständige Zulassungsstelle erhältlich.

Auto überführen

Gebrauchtwagen überführen

Nicht immer gilt es nur Neuwagen zu überführen. Sehr häufig sind auch Gebrauchtwagen von A nach B zu befördern. Am besten ist es dabei immer noch, wenn das erworbene Auto angemeldet und versichert ist. Der Käufer kann dann sofort das Auto mitnehmen und am eigentlichen Wohnort ummelden. Allerdings sind viele Verkäufer zu Recht skeptisch. Denn wenn es unterwegs zu einem Unfall kommt, musst du den Schaden bezahlen, wenn du ein Auto verkauft hast. Viele Versicherungen übernehmen in diesem Fall nicht die Kosten, was sehr ärgerlich sein kann. Abgesehen davon, rutschst du in der Schadenfreiheitsklasse sogar hoch.

Tipp: Vertraust du dem Käufer, so ist ein lückenloser Kaufvertrag abzuschließen. In diesem hat der Käufer schriftlich zu bestätigen, dass er das Fahrzeug umgehend ummeldet. Gib dazu den genauen Zeitpunkt der Übergabe an. Der Kaufvertrag ist nur gültig, wenn alle Parteien ihn unterschrieben haben.

Ist das Auto jedoch bereits abgemeldet, sollten sich die Parteien für einen Fahrzeugtransport entscheiden. Die Preise der Speditionen können stark variieren. Daher ist ein Vergleich im Internet ratsam. Der Transport eines gebrauchten Kleinwagens kostet von Hamburg bis Wiesbaden ungefähr um die 400 Euro. Die Preise sind dabei natürlich gestaffelt. Für die ersten 200 Euro berechnen viele Speditionen zwischen ein bis zwei Euro je Kilometer. Anschließend sind zwischen 50 Cent bis 1,50 Euro für jeden weiteren Kilometer ab 200 bis 700 Kilometer fällig.

Wie erkenne ich seriöse Speditionen?

Wenn du dein Fahrzeug einer Spedition anvertraust, möchtest du natürlich alle Angelegenheiten abgesichert haben. Kontrolliere dazu am besten die Rezensionen im Internet. Haben die Überführungen reibungslos geklappt? Ist alles zur Zufriedenheit der Kunden erfolgt?

Eine gute Spedition weiß nämlich, was sie tut. Sie verfügt über geschultes Personal, das Erfahrungen in Sachen Fahrzeugüberführungen hat. Jeder Fahrer weiß zudem, dass er sich an Vorschriften im Straßenverkehr zu halten hat. Eine Vorschrift besagt zum Beispiel, nicht schneller als 130 km/h auf Autobahnen zu fahren. Wenn du dir unsicher bist, hinterfrage diese Klauseln beim Spediteur. So bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Nutzt du hingegen Privatpersonen für dein Unterfangen, kann dies ein gewisses Risiko mit sich bringen. Kommt es bei der Überführung nämlich zu einem Unfall, musst du vermutlich für die Kosten aufkommen.

Tipps

Auto überführenEs gibt viele weitere Dinge, die du bei einer Fahrzeugüberführung zu bedenken hast. So kann es natürlich auch sein, dass du nicht in der Lage bist, das Kfz zu überführen. Dann kannst du eine dritte Person beauftragen. Diese fährt das Auto für dich zum Zielort und übergibt das Fahrzeug an den neuen Käufer. Allerdings sollte der berechtigte Fahrer über eine entsprechende Vollmacht verfügen. Wie so eine Vollmacht bei Kfz-Überführung aussieht, erläutern wir nachfolgend.

Zunächst: Die Vollmachterteilung bedarf keiner speziellen Form. Sie sollte jedoch einfach und konkret gehalten sein. So ist es für Beamte einfach, diese Vollmacht zu lesen. Gib auf jeden Fall alle beteiligten Personen an. Auch die Anschrift und eine Telefonnummer für Rückfragen sollten in der Vollmacht aufgeführt sein. Gib auch Daten zum Fahrzeug und das Datum oder den Zeitraum der Überführung an. Selbstverständlich sollte der Bevollmächtigte auch seinen Personalausweis und alle für das Fahrzeug nötigen Papiere mit sich führen.

Und so könnte die Vollmacht aussehen:

Fahrzeughalter (Name, Vorname sowie Anschrift aufführen)

Name des Bevollmächtigten (mit Anschrift und Geburtsdatum) ist bevollmächtigt, das Fahrzeug (Marke und Kennzeichen) für die Fahrt von (Ortsangabe) bis (Zielort) zu nutzen und alle notwendigen Formalitäten zu erledigen.

 

Ort

Datum

Unterschrift

 

Bedenke jedoch, dass die Vollmacht für die Kfz-Überführung ins Ausland am besten auf Englisch zu halten ist.

 

Fahrzeughalter (Name, Vorname sowie Anschrift aufführen)

 

Name des Bevollmächtigten (mit Adresse und Geburtsdatum) is authorized to use the vehicle (Automarke und Kennzeichen einfügen) for travel in foreign countries. The person is also accomplish for all necessary customs formalities.

 

Ort

Datum

Unterschrift

 

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