Archive: Dez 2018

  1. Die Velosolex – halb Fahrrad, halb Mofa und das französisches Lebensgefühl inklusive

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    Savoir vivre! Kaum ein Gefährt verkörpert das französische Lebensgefühl so sehr, wie das Vélosolex. Das Velosolex wurde in Frankreich während der Jahre 1946 bis 1988 gebaut. In den 80er Jahren wurde die Produktion gegen Ende eingestellt. Seinen Höhepunkt erlebte das Gefährt in den 70er Jahren. Erfinder ist der Hersteller von Vergasern Solex, beziehungsweise entwarf einer der beiden Gründer der Firma das Mofa, nämlich Marcel Mennesson. Heute wird das Mofa noch immer auf der ganzen Welt in einigen Ländern unter Lizenz produziert.

    Eine Legende

    Das Fahrzeug ist eine regelrechte Legende und hat unheimliche viele Fans und eine lange Geschichte. Insgesamt gibt es weltweit knapp sechs Millionen Exemplare. Doch was ist das Geheimnis dieses immensen Erfolges?

    Das Mofa ist robust und einfach gehalten, verbraucht nicht viel Sprit – lediglich 1,4L auf einer Strecke von 100 Kilometern – und ist sehr günstig in der Anschaffung. In Deutschland belief sich der Preis der zuletzt auf dem Markt befindlichen neuen Exemplare auf 798 Deutsche Mark. Dagegen kosteten ähnliche Mofas aus deutscher Produktion zu dieser Zeit bereits um die 1500 Mark. Außerdem verfügt das Mofa über ein beachtlich geringes Gewicht, es wiegt lediglich 28 Kilogramm.

    Motobecane

    Anfangs war der Hersteller Velosolex selbstständig. Im Jahr 1974 übernahm ihn jedoch die Firma Motobecane. Im Anschluss kaufte der Motorengigant Yamaha die Marke. In den folgenden Jahren sanken allerdings die Verkaufszahlen eklatant und das letzte Exemplar wurde am 9. November des Jahres 1988 produziert. Doch die alten Produktionsanlagen wurden noch einmal wiederbelebt – in Ungarn begann im Jahr 1992 eine Neuproduktion auf den ursprünglichen Anlagen. Diese wurde im Jahr 2002 wieder eingestellt.

    Mopex – die Wiederauflage

    Im Jahr 2005 gab es erneut ein Wiederaufleben. Durch Subventionen des Staats Frankreich und der EU wurde die Produktion in Frankreich durch den Hersteller Mopex erneut gestartet. Die Neuauflage wurde Black n Roll genannt und aus Teilen aus China und einigen weiteren Neuerungen hergestellt. Diese Wiederauflage des S4800D wurde auch in Deutschland verkauft. Leider waren diese Exemplare von der Qualität her nicht mehr mit dem zu vergleichen, was aus originärer Produktion stammte.

    Antrieb über Reibrolle

    Bei dem ursprünglichen Modell wurde das vordere Rad über eine Antriebsrolle betrieben. Neben dieser Technik verfügte das Modell 3800 über einen Zwei-Takt-Motor, welcher an seiner Gabel zum Wegklappen angebracht war. Dieser Motor hatte die Hubraumgröße 49cmm und eine gemischte Schmierung. Die höchste Geschwindigkeit, die dieses Modelle erzielen konnte, lag bei 35 Kilometern pro Stunde.

    Maria Hilf Motor & Christenverfolger

    Da der Motor direkt über dem vorderen Rad angebracht war, hatte die Velosolex auch den Spitznamen Nasenwärmer. Ebenfalls nannten die Menschen das Mofa Maria Hilf Motor, da das Mofa in Klöstern oft als fahrbarer Untersatz genutzt wurde.

    Zu diesem Namen kam es, da bei einer Fahrt mit der Velosolex die Kutte der Mönche nicht verschmutzte, da der Motor ja über dem Rad angebracht war. In der Schweiz nannte man das Gefährt daher auch Christenverfolger.

    Eine treue Fangemeinde feiert die Velosolex

    In der heutigen Zeit werden die Velosolex Mofas noch immer in Rennen gefahren, allerdings nur noch zum Spaß. Hier geht es nicht um Höchstgeschwindigkeiten, sondern um gemeinsames Erlebnis und das zur Schaustellen der gebastelten Mofas. Um eine Velosolex bei einem Rennen zu fahren, sollte der Motor mit einer Leistung von über 15 PS ausgestattet sein.

    Von dieser Art gibt es einige Modelle, die dann auf den bloßen Fahrzeugrahmen reduziert wurden. Bei solchen Rennen tragen die Fahrer oft spaßige Kostüme, besonders in den Niederlanden gibt es einige von diesen Rennen.

  2. Saxonette von Hercules – Fahrrad-Mofa-Hybrid der 80er Jahre

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    Die Saxonette des Herstellers Hercules ist purer Kult und kann auf eine traditionsreiche Geschichte blicken. Das Modell wurde in den 80er Jahren als eine Mischung aus Fahrrad und Mofa berühmt und berüchtigt und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit – nostalgische Gedanken inklusive.

    Fichtel & Sachs

    Ursprünglich wurde die Bezeichnung Saxonette für Motoren des Herstellers Fichtel und Sachs gebraucht, die Zwei-Takt-Motoren zum Einbau für Fahrräder auf den Markt brachten. Die erste Generation dieser mit Motor ausgestatteten Fahrräder wurden zwischen den Jahren 1938 und 1940 gebaut. Die zweite Saxonette Generation, produziert durch den renommierten Hersteller Hercules, verfügte über einen Hubraum von 30ccm und war von 1987 bis ins Jahr 2011 erhältlich.

    Auf der Automobilmesse in Berlin im Jahr 1937 erregte dieses Gefährt und seine Technik wahrlich großes Aufsehen. In Lizenz produzierten einige Hersteller den Zwei-Takt-Motor mit Nasenkolben. Dieser Motor hatte einen 60ccm Hubraum und konnte mit satten 1,2 Pferdestärken bei einer Umdrehung von 3.500U pro Minute punkten.

    Unter den Herstellern, die diesen Motor bauten, waren auch etliche bekannte deutsche Firmen wie Bismarck, Anker, Excelsior, Elfa, Panther, Meister, Hecker, Gold-Rad, Victoria, Urania, Presto und Wanderer – also eine ganze Menge. Die Firma Hecker legte sich auf den Einbau des Motors am vorderen Rad fest. Die erste Saxonette konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde erreichen.

    Die zweite Generation der Saxonette

    Im Jahr 1987 wurde in der Bundesrepublik die Produktion der zweiten Baureihe der Saxonette gestartet. Ab diesem Zeitpunkt und dem Label des Herstellers Hercules. Für weitere Fahrradmodelle wurde der Einbaumotor der Firma Sachs ab dem Jahr 1993 auch in England und den Niederlanden verkauft, hier allerdings unter der Bezeichnung Spartamet.

    Die Saxonette der zweiten Generation war ebenfalls ein Fahrrad, das über einen Hilfsmotor verfügte. Abhängig von der jeweiligen Höhe des Rahmens, die zwischen 50 und 58 cm variierte, sowie der jeweiligen Modellausführung, also, ob es sich um ein Damen- oder ein Herrenrad handelte, kam das Rad auf ein Gewicht zwischen 24 und 27 Kilogramm. Somit war es kein Problem, das Rad auch mit purer Kraft der Beine durch die Pedale fortzubewegen.

    Motorisierung

    Die Saxonette der Firma Hercules machte sich einen Ein-Zylinder-Motor mit einem 1-Gang-Getriebe zunutze, der durch den Fahrtwind gekühlt wurde. Der Hubraum des Motors betrug 30ccm. Das Verdichtungsverhältnis der Saxonette lag bei 7,5 zu 1. Der Vergaser entsprach entweder dem Typ BING 81/8/101B oder TK 2981001.

    Seine Leistung entfaltete die Saxonette mit 0,7 Pferdestärken bei 3750 pro Minute. Das maximale Drehmoment betrug 1,59 Newtonmeter bei 3750 Umdrehungen pro Minute. Bezüglich des Kraftstoffes brauchte der Motor eine Zwei-Takt-Mischung. Gestartet wurde das Fahrrad entweder elektronisch oder einen manuellen Seilzug. Der gesamte Tank fasste ein Volumen von knapp 2 Litern Kraftstoff.

    Das Fahrrad war aus einem Starrrahmen gefertigt, entweder einem Diamantrahmen oder einem Rahmen mit integriertem Durchstieg und einer nicht gefederten Gabel. Der Rahmen maß eine Höhe von 48 cm und wurde vorne sowie hinten durch eine Trommelbremse zum gebremst. Auch eine Rücktrittbremse war integriert. Auf der Vorderachse war eine Bereifung mit 26 Zoll vorgesehen, auf der Hinterachse ebenfalls. Das Gesamtgewicht der Saxonette betrug 32 Kilogramm.

    Alles in allem ist die Saxonette von Hercules auch heute noch ein tolles Fortbewegungsmittel – nicht nur für hart eingesessene Fans des 80er Jahre Kults!

  3. Gravel-Bikes – kaum ein Terrain, auf dem sich nicht können

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    Der Name Gravel-Bike oder die Modelle der Gravel-Bikes kennen nur wenige Radsportler. Gravel-Bikes gibt es auch erst seit in etwa 10 Jahren. Damals kamen ein paar Radsportler auf die Idee einen Radmarathon nicht nur auf Asphalt und ebenen Straßen zu fahren, sondern auch auf Gravelroads. Diese Straßenformen gibt es in Deutschland nicht und sie sind eher in Kanada und den USA zu finden. Gravelroads sind wie der Name schon sagt, Kiesstraßen oder Schotterpisten. Da ein normales Rennrad auf diesen Straßen keinen Halt finden würde, wurden die Gravel-Bikes geboren.

    Die besonderen Merkmale

    Gravel-Bikes ähneln stark den Rennrädern, unterscheiden sich aber in einigen Punkten von diesen. Der Lenker eines Gravel-Bikes besitzt nach außen gerichtete Lenkerenden, dadurch erhält der Fahrer mehr Sicherheit und Halt auf Schotterpisten.

    Die Reifen sind weitaus breiter als die eines Rennrades, aber nicht so breit wie die eines Mountainbikes. Sie liegen in etwa dazwischen. Des Weiteren sind die Reifen einigermaßen profiliert, wodurch ein besserer Halt auf Schotterpisten gegeben ist.

    Die Laufräder unterscheiden sich daher nicht wesentlich von denen eines Rennrads, sie können aber etwas schwerer sein. Der Radstand ist lang und ein bequemer Steuerkopfwinkel liegt vor. Daher ist das Fahren wesentlich bequemer, als auf einem Rennrad.

    Die Sitzposition eines Gravel-Bikes ist ähnlich wie die eines Rennrads. Allerdings ist sie ein wenig entspannter, damit auch lange Touren möglich sind. Anders als bei fast allen Rennrädern, ist es möglich, dass auf einem Gravel-Bike Schutzbleche oder sogar ein Gepäckträger montiert werden können.

    Die Ausstattung

    Beim Gravel-Bike sollte auf zwei Punkte insbesondere Wert gelegt werden. Zum einen sind das die Reifen und zum anderen die Bremsen. Also einen Großteil, den ein Rad zu einem Rad macht.
    Je mehr der Fahrer auf Schotterpisten unterwegs ist im Vergleich zu asphaltierten Wegen, desto breiter die Reifen. In der Regel haben die Laufräder in etwa 28-40mm dicke Reifen. Das Profil sollte nicht zu dick sein, da es ansonsten bremst.

    Bei den Bremsen ist eine hydraulische Scheibenbremse empfehlenswert. Insbesondere in der kalten Jahreszeit und bei Regen, sind hydraulische Scheibenbremsen nicht zu übertreffen. Sie sind leicht zu dosieren und können somit auf den Fahrer eingestellt werden und halten auch die hohen Geschwindigkeiten eines Gravel-Bikes aus.

    Der perfekte Untergrund für ein Gravel-Bike

    Ein Gravel-Bike ist die Zwischenstufe zwischen Rennrad und Mountainbike. Sprünge oder Trails, die mitten durch den Wald gehen, sind definitiv nicht machbar mit einem Gravel-Bike. Die fehlende Federung und die dünnen Laufräder würden nur eine Querfeldein Fahrt aushalten und wären danach ein Fall für das Recycling.

    Das Gravel-Bike wird auch keine Geschwindigkeitsrekorde auf asphaltierter Straße brechen. Aber das Gravel-Bike ist perfekt für ständig wechselnde Untergründe. Für jemanden, der täglich zur Arbeit fährt und nicht nur durch die Stadt fährt, der wird das Gravel-Bike lieben. Schotterwege durch den Wald, matschiger Untergrund oder auch kleinere Schlaglöcher in der Straße verzeiht das Gravel-Bike gern. Der Vorteil gegenüber einem Mountainbike ist klar, das Gravel-Bike ist deutlich agiler und der Fahrer ist sportlich unterwegs.

    Für wen ist das Gravel-Bike nun geeignet?

    Das Gravel-Bike ist für all diejenigen geeignet, die längere Strecken fahren und zugleich nicht auf ein agiles und schnelles Bike verzichten wollen. Jeglicher straßenähnlicher Untergrund stellt für das Gravel-Bike kein Problem dar und bringt den Fahrer ans Ziel.

  4. 650B Laufräder – mehr Grip auf breiten Rädern

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    In den 1980 bis 1990er Jahren begann der Boom um Mountainbikes. Seit spätestens diesem Zeitpunkt war klar, ein klassisches Rennrad hat eine Radgröße von 28 Zoll, das klassische Mountainbike verfügt über 26 Zoll Räder. Seit einigen Jahren gibt es in der Mountainbike Szene allerdings einen neuen Trend, die Räder werden immer größer.
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  5. 29-Zoll-Bikes boomen – welche Vorteile bringen die großen Laufräder?

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    Jeder, der sich mit dem Kauf eines neuen Mountainbikes beschäftigt kennt die Thematik, das Internet, die Ladengeschäfte und auch Fachzeitschriften sind voll mit den unterschiedlichsten Variationen. Die Modelle variieren zwischen 26″ Fully und 29″ Hardtail. Aus Amerika kommt seit einiger Zeit der Boom, bzw. Trend mit 29″ Rädern, doch welches Modell ist das richtige für mich?
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